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Gewässer - Sanierung Wasserkraft

Zuständige Direktion: Landwirtschafts- und Umweltdirektion
Zuständige Amtsstelle: Amt für Umwelt
Verantwortlich: Schager, Eva

Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung

Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler Energie. Damit die Wasserkraft aber umfassend umweltfreundlich ist, müssen die wichtigsten Gewässerfunktionen erhalten bleiben. Neben der Gewährleistung einer angemessenen Restwassermenge im Flussbett sind seit dem Inkrafttreten des 2011 revidierten Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer neu auch wesentliche Lebensraumbeeinträchtigungen durch Schwall und Sunk, einen veränderten Geschiebehaushalt sowie Durchgängigkeitsstörungen in den Gewässern sanierungspflichtig.
Die Kantone mussten bis Ende 2014 zu diesen Beeinträchtigungen strategische Planungen erarbeiten und beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einreichen. Der Inhalt der beschlossenen Planungen ist in der Gewässerschutzverordnung sowie in der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei definiert. Es sind jene Anlagen aufzulisten, für welche deren Inhaber Massnahmen zur Beseitigung von wesentlichen Beeinträchtigungen der einheimischen Tiere und Pflanzen sowie von deren Lebensräumen durch Schwall und Sunk sowie bei einem veränderten Geschiebehaushalt auch des Grundwasserhaushaltes oder des Hochwasserschutzes treffen müssen. Die Planung zur Sanierung der Fischdurchgängigkeit nennt jene Wasserkraftwerke, deren Inhaber Massnahmen nach Art. 10 BGF treffen müssen.
Für alle Bereiche sind die zu treffenden Sanierungsmassnahmen und die Fristen, innert welcher die Massnahmen geplant und umgesetzt werden müssen, festgelegt. Im Weiteren enthalten die Planungen Angaben darüber, wie die Sanierungsmassnahmen im Einzugsgebiet des betroffenen Gewässers aufeinander sowie mit anderen Massnahmen zum Schutz der natürlichen Lebensräume und zum Schutz vor Hochwasser aufeinander abgestimmt worden sind.
Die strategischen Planungen wurden am 16. Dezember 2014 vom Regierungsrat Nidwalden genehmigt und fristgerecht beim BAFU eingereicht.

A) Schwall und Sunk
Unter Schwall und Sunk sind künstlich erzeugte Abflussschwankungen in einem Fliessgewässer zu verstehen. Sie entstehen bei Speicherkraftwerken, die vorwiegend zur Erzeugung von Spitzenstrom Wasser zu den wirtschaftlich einträglichsten Zeiten turbinieren.
In Nidwalden erzeugen drei Kraftwerkszentralen Schwall und Sunk - die Kraftwerke Oberrickenbach, Wolfenschiessen und Dallenwil. Die Rückgaben erfolgen einerseits in den Secklisbach, andererseits in die Engelberger Aa.
Die Abklärungen im Rahmen der strategischen Planung zeigen, dass alle drei Anlagen wesentliche Beeinträchtigungen der einheimischen Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume verursachen und demnach eine Sanierungspflicht gegeben ist. In beiden Gewässern liegt ein sehr starker Beeinträchtigungsgrad bei gleichzeitig grossem ökologischem Potenzial vor.
Die strategische Planung erfolgte unter Federführung des Amtes für Umwelt.

B) Fischdurchgängigkeit
Im Rahmen der strategischen Planung zur Fischdurchgängigkeit müssen alle Wanderungshindernisse hervorgerufen durch die Wasserkraftnutzung in den Fliessgewässern erhoben und beurteilt werden. Dabei ist auch die generelle Eignung des Gewässers als Fischlebensraum zu berücksichtigen.
Die Engelberger Aa weist als bedeutendstes Fliessgewässer im Kanton Nidwalden drei sanierungspflichtige Anlagen auf – das Ambauenwehr in Buochs, das Hostettenwehr in Oberdorf und das Wehr in der Obermatt, Wolfenschiessen. Als Seeforellenaufstiegs- und potenzielles Seeforellenlaichgewässer kommt der Durchgängigkeit sowohl flussaufwärts als auch flussabwärts eine besondere Bedeutung zu. Beim Ambauenwehr ist der Betrieb der bestehenden Fischaufstiegshilfe zu optimieren sowie Abklärungen bezüglich Fischabstieg zu treffen. Beim Hostettenwehr und beim Wehr Obermatt sind Massnahmen sowohl zum Fischauf- als auch Fischabstieg umzusetzen.

Die strategische Planung zur Fischdurchgängigkeit erfolgte unter Federführung der kantonalen Fachstelle für Jagd und Fischerei.

C) Geschiebehaushalt
Im Rahmen der strategischen Planung zum Geschiebehaushalt müssen alle Anlagen erhoben und beurteilt werden, die sich auf den Geschiebehaushalt auswirken. Neben den Wasserkraftanlagen gehören dazu auch Wildbachverbauungen und Geschiebesperren.
Die strategische Planung zeigt, dass im Kanton Nidwalden betreffend Kraftwerksanlagen keine diesbezüglichen Sanierungsmassnahmen erforderlich sind. Bei Anlagen im Dienste des Hochwasserschutzes sollen festgestellte Defizite im Rahmen laufender bzw. geplanter Wasserbauprojekte, abgestimmt auf die örtlichen Rahmenbedingungen und auf konkurrenzierende Anforderungen, erhoben bzw. reduziert werden. Entsprechend sind diesbezüglich keine ergänzenden Sanierungsverfügungen vorgesehen.
Die strategische Planung zum Geschiebehaushalt erfolgte unter Federführung des Amtes für Gefahrenmanagement.


Thembezogene Links
Fischgängigkeit, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Geschiebe, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Hydrologie/Pegel Engelberger Aa, Flugplatz Buochs, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Schwall / Sunk, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Wasser-Agenda 21


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte
Gewässerökologische Auswirkungen des Schwallbetriebes -2003, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Sanierung Schwall-Sunk. Strategische Planung. Schlussbericht vom 27.11.2014
Strategische Planung Sanierung Geschiebehaushalt. Schlussbericht vom 27.11.2014
Veränderungen von Schwall Sunk, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2007
Vollzugshilfe Sanierung Geschiebehaushalt, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Vollzugshilfe Sanierung Schwall und Sunk Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Vollzugshilfe Wiederherstellung der Fischwanderung, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Wiederherstellung der Fischauf- und abwanderung bei Wasserkraftwerken, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Wiederherstellung der Fischwanderung. Strategische Planung Nidwalden. Schlussbericht vom 27.11.2014


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