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Gewässer - Zustand Fliessgewässer

Zuständige Direktion: Landwirtschafts- und Umweltdirektion
Zuständige Amtsstelle: Amt für Umwelt
Verantwortlich: Schager, Eva

Gewässerzustand Fliessgewässer

Intakte Gewässer sind mehr als nur sauberes Wasser. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bilden ein wichtiges Landschaftselement, dienen der Bewässerung wie auch Entwässerung sowie der Erholung. Erfüllen unsere Oberflächengewässer diese Aufgaben? Wo liegen die Defizite? Welche Massnahmen sind dringlich?
Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, finden in ausgewählten Gewässerstrecken regelmässige Untersuchungen zur Wasserqualität und Biologie statt. Die Gewässermorphologie sowie die Durchgängigkeitsstörungen wurden im Sommer/Herbst 2012 erhoben. Weitere Untersuchungen finden z.B. jeweils im Rahmen von Wasserbauprojekten oder auch von Gesuchen zur Wasserkraftnutzung statt. Zum Teil werden auch Erhebungen im Zuge der strategischen Planungen zur Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraft durchgeführt.
Mit den Untersuchungen werden einerseits die gesetzlich festgelegten Qualitätsziele für Fliessgewässer überprüft und andererseits die Entwicklung des Gewässerzustands aufgezeigt. Veränderungen oder Beeinträchtigungen der Gewässer sollen so rechtzeitig erkannt und die Auswirkungen der getroffenen Gewässerschutzmassnahmen überprüft werden. Die Messresultate bilden die Grundlage für künftige Gewässerschutzmassnahmen und dienen der Information der Öffentlichkeit über den allgemeinen Gewässerzustand.

A) Ökomorphologischer Gewässerzustand und Durchgängigkeitsstörungen
Unter Ökomorphologie versteht man die strukturelle Ausprägung eines Gewässers und seiner Uferbereiche. Anhand der Breitenvariabilität, der Verbauung der Sohle und der Ufer sowie der Breite und Beschaffenheit des Uferbereiches wird abschnittsweise der Grad der Natürlichkeit der Gewässer beurteilt. Zusätzlich werden Abstürze und Bauwerke, die die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und andere Lebewesen einschränken, erhoben.
Der ökomorphologische Gewässerzustand sowie die Durchgängigkeitsstörungen sind im WebGIS NW veröffentlicht.

B) Hydrologie
In Nidwalden gibt es nur eine Abflussmessstation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) an der Engelberger Aa beim Flugplatz Buochs. Hier finden kontinuierlich Aufzeichnungen des Abflusses, Pegels und der Wassertemperatur statt. Der Kanton betreibt keine eigenen Abflussmessstationen.

C) Chemisch-physikalische Wasserqualität und Biologie
Im Rahmen des Programms "Dauerüberwachung der Fliessgewässer in den Urkantonen" (DÜFUR) werden im Kanton Nidwalden seit 2000 insgesamt 16 Gewässerstellen periodisch kontrolliert. Untersucht werden chemisch-physikalische sowie biologische Kenngrössen in Anlehnung an die Methoden des Modul-Stufen-Konzepts.

Die Erkenntnisse der ersten vier Jahre (2000 bis 2003) wurden in einem Bericht zusammengefasst. In diesem werden auch mögliche Problemstellungen anhand von Beispielen aus den beteiligten Kantonen dargestellt. Im Weiteren enthält er die Ergebnisse aus den Feldaufnahmen und Laboranalysen. Zusammenfassend kann aus der ersten Kampagne folgender Schluss gezogen werden:

„Die Wasserqualität ist gut, die Lebensraumqualität aber häufig ungenügend!“

Betrachtet man nur die Inhaltsstoffe so können gute Noten verteilt werden. Bei 85% der untersuchten Stellen ergaben die chemischen Untersuchungen keine Mängel in der Wasserqualität. Allerdings stützen sich diese Ergebnisse auf wenige chemische Einzelmessungen pro Stelle, da bei DÜFUR der Schwerpunkt bei biologischen Untersuchungen liegt.
Anders als bei der Wasserqualität sieht es beim Zustand des Lebensraums der Gewässer aus. Die Untersuchung der Wasserkleintiere zeigte bei zwei Dritteln der Gewässerstellen eine gute Lebensraumqualität an. Die Bewertung der Wasserpflanzen bestätigte dieses Ergebnis weitgehend. Die angetroffenen wahrnehmbaren Belastungen wie Trübung, Verfärbung, Schaum oder Geruch stimmen hingegen wenig zuversichtlich. Nur 40% der untersuchten Stellen erfüllten die gesetzlichen Anforderungen.
Regional sind grosse Unterschiede vorhanden. Je höher die Siedlungsdichte und je intensiver die landwirtschaftliche Nutzung, desto schlechter ist in der Regel der Zustand der Gewässer. Die Ursachen dafür liegen jedoch selten alleine bei einer ungenügenden Wasserqualität. Harte Verbauungen, der fehlende natürliche Uferbereich und ein naturfremdes Umland beeinträchtigen die Gewässer weit mehr. Solche Fliessgewässer bieten meist nur noch einen monotonen Lebensraum und ihre Selbstreinigungskraft ist stark vermindert.
Eine Synthese über die drei bisher durchgeführten Untersuchungskampagnen zwischen 2000 und 2011 liefert einen umfassenden zeitlichen und räumlichen Überblick über die Gewässersituation in den Vierwaldstätterseekantonen. Die Resultate zeigen, dass der Handlungsbedarf nach wie vor gross ist. Zudem sind Ergänzungen bzw. Anpassungen des Untersuchungsprogramms angezeigt: der Zustand der hydrologisch beeinflussten Gewässer wurde bislang mit den angewendeten Analysen nur unzureichend erfasst. Detaillierte Informationen sind auf der Website der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee ersichtlich.

Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA)
Die nationale Beobachtung der Oberflächengewässer erfolgt in Zusammenarbeit von Bund und Kantonen mit dem Ziel, den Zustand und die Entwicklung der Schweizer Gewässer auf nationaler Ebene zu dokumentieren und zu beurteilen. Im Kanton Nidwalden finden dazu an der Engelberger Aa im Bereich Ännerberg seit 2011 Erhebungen zur chemischen und biologischen Gewässerqualität statt. Die Dokumentation der chemischen Wasserqualität erfolgt durch monatliche Beprobungen. Wirbellose, Kieselalgen, Fische und Wasserpflanzen werden in einem Rhythmus von vier Jahren untersucht. Detaillierte Informationen zum Untersuchungsprogramm sowie die Publikation der Resultate der Untersuchungskampagne 2011-2014 finden sich auf der website des BAFU.

Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM)
Mit dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz wird die langfristige Entwicklung der Artenvielfalt ausgewählter Pflanzen- und Tierarten dokumentiert. In den Fliessgewässern erfolgen Erhebungen zu den Wasserwirbellosen. In Nidwalden befinden sich drei Untersuchungsstrecken, die seit 2010 alle fünf Jahre beprobt werden.

Thembezogene Links
Cercl' eau
Gewässerzustand, Struktur und Morphologie, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Hydrologie/Pegel Engelberger Aa, Flugplatz Buochs, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Modul Stufen Konzept
Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität, (NAWA)


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte
Zustand der Schweizer Fliessgewässer, Ergebnisse der Nationalen Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) 2011-2014, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2016


Publikationen



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