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Biotopschutz - Moore

Zuständige Direktion: Baudirektion
Zuständige Amtsstelle: Amt für Raumentwicklung
Zuständiger Bereich: Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz
Verantwortlich: Schär, Ingrid

Stansstaderried


Der Kanton Nidwalden ist reich an Mooren. Grosse Moorgebiete gibt es in Emmetten, Dallenwil und Hergiswil. Hervorzuheben sind auch die zwei Moorschutzgebiete im Talboden, das Gnappiried in Stans und das Stansstaderried in Stansstad.
Die Moorschutzgebiete sind in den entsprechenden Verordnungen des Bundes sowie des Kantons geschützt.

Moorlandschaft Oberbauen
Der Perimeter der Moorlandschaft Oberbauen erstreckt sich über eine Fläche von 4.7 km2 und umfasst 2 Hochmoorbiotope und 3 Flachmoorbiotope von nationaler Bedeutung.

Gnappiried
Das Gnappiried ist ein Flach- und Hochmoor von nationaler Bedeutung. Im Hochmoor ist der Boden durch Torfmoos aufgebaut und die Wurzeln der Pflanzen liegen oberhalb des Grundwassers. Zu den bekanntesten Arten gehört hier der fleichfressende rundblättrige Sonnentau. Wird im Hochmoor das Grundwasser abgesenkt, entsteht daraus ein Heidemoor mit dem typischen Heidekraut. Zu den Flachmooren gehören Grosseggenrieder, Kleinseggenrieder und Pfeifengraswiesen. Die Pflanzenwurzeln erstrecken sich bis ins Grundwasser. Bei der Pfeifengraswiese trocknet der Boden zeitweise aus. Eine Besonderheit im Gnappi ist die Sommer-Wendelorchis.
Der seltene Grosse Moorbläuling lebt in den Flachmooren des Gnappiriedes. Das Weibchen legt die Eier an die noch nicht blühenden Köpfchen des Grossen Wiesenknopfs. Die jungen purpurrot gefärbten Räpchen fressen zunächst in den Blüten ihrer Futterpflanzen. Im Herbst lassen sie sich zu Boden fallen und werden in Ameisennester getragen. Dort leben sie räuberisch von der Ameisenbrut.
Für die seltene Sumpfschrecke sind die unten roten (seltener gelben) Hinterschenkel charakteristisch. Die Heuschrecken kann man zwischen Juli und Oktober antreffen. Sie ernähren sich von Süss- und Sauergräsern. Beide Geschlechter der Sumpfschrecke sind gute Flieger und können so auch neue, weiter entfernte Standorte erreichen.

Stansstaderried
Das Stansstaderried ist das einzige Ried mit Seeanstoss in Nidwalden.
Die heutige Riedfläche ist der Rest einer ehemaligen Riedlandschaft, welche vom Alpnachersee bis zum See bei Buochs reichte. Entwässerungen, intensive landwirtschaftliche Nutzung und Bauten liessen den Riedern bei Stansstad immer weniger Platz. Heute umfasst das Gebiet noch rund 6.9 ha.
Das Stansstaderried ist ein Flachmoor von nationaler Bedeutung und mit dem Klosterwald auch Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Es bietet zahlreichen und spezialisierten Pflanzen- und Tierarten einen geeigneten Lebensraum. Unter anderem sind der Kleine Blaupfeil, eine Libellenart, und die Grosse Schiefkopfschrecke national gefährdet und somit besonders schützenswert und mit Massnahmen zu fördern. Der Kleine Blaupfeil hat ein blaues Hinterteil und lebt an langsam fliessenden Wiesenbächen. Er war 40 Jahre lang nicht im Kanton Nidwalden zu finden, bis man ihn 2006 im Stansstaderried wiederentdeckte. Die Grosse Schiefkopfschrecke ist vom Aussterben bedroht und kann nördlich der Alpen nur noch in Feuchtgebieten mit mildem Klima und hoher Vegetation (40 – 100 cm) überleben.
Als weitere Besonderheit sind hier der Teichmolch und der Fadenmolch nachgewiesen worden, beides seltene Amphibienarten.

Rechtliche Grundlagen:
Flachmoorverordnung 
Hochmoorverordnung 
Moorlandschaftsverordnung
Biotopschutzverordnung
Schutzverordnung Gnappiried
Schutzverordnung Stansstaderried
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