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Fachstelle für Archäologie

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Adresse: Stansstaderstrasse 54, 6371 Stans
Telefon: 041 618 51 51
Telefax: 041 618 51 55
E-Mail: archaeologie@nw.ch
Homepage: http://www.archaeologie.nw.ch

Tauchausgrabung von Pfahlbauten im See bei Kehrsiten


Tauchausgrabung von Pfahlbauten im See bei Kehrsiten


Willkommen auf den Seiten der Fachstelle für Archäologie


Aktuell: Dossier zur UNESCO-Welterbe-Kandidatur im Staatsarchiv Nidwalden einsehbar
Aktuell: "Versunkene Welt. Die Pfahlbauer von Kehrsiten". Positive Bilanz der Ausstellung


Was ist Archäologie?
Die Archäologie erforscht die Kulturgeschichte anhand materieller Fundstücke. So ergänzt sie die historische Forschung, die sich in erster Linie auf schriftliche Quellen stützt. Archäologische Funde sind wichtige Zeugen unserer Vergangenheit. Sie informieren uns über viele Bereiche des menschlichen Lebens, auch über jene, die nicht aufgeschrieben wurden. Oder sie stammen aus der frühen Geschichte und berichten über schriftlose Kulturen. Deshalb sind die von der Archäologie gewonnenen Erkenntnisse oft aus keiner anderen Quelle zu erschliessen.

Archäologie ist interdisziplinäre Forschung. Bei Untersuchungen wirken Spezialistinnen und Spezialisten anderer Wissenschaften wie Geologie, Physik, Anthropologie (Entwicklung des Menschen), Archäozoologie (Tierkunde), Archäobotanik (Pflanzenkunde) und Dendrochronologie (Altersbestimmung von Hölzern) und natürlich Historikerinnen und Historiker mit.


Aufgaben
Bauvorhaben, aber auch die natürliche Erosion bedrohen das kulturelle Erbe im Boden. Aufgabe der Archäologie ist es, diese Informationen zu erhalten, ohne Bauarbeiten übermässig zu behindern. Ist die Zerstörung der Fundstücke nicht zu vermeiden, werden die nötigen Untersuchungen gleich vor Ort durchgeführt.

Die Fachstelle für Archäologie organisiert solche Grabungen und Untersuchungen. Ist die Erhaltung archäologischer Stätten nicht möglich, dokumentiert sie die Fundstellen und konserviert wichtige Fundstücke. Die Aufgaben der Fachstelle umfassen die Inventarisierung der archäologischen Fundstellen, die Bodenforschung sowie die Sicherung und wissenschaftliche Auswertung archäologischer Fundstücke. Die Fachstelle ist dem Staatsarchiv angegliedert.

Arbeitsweise
Eine Fundstelle kann in der Regel nur ein einziges Mal untersucht werden, sie wird durch die Ausgrabung zerstört. Die Fundstelle wird deshalb genau dokumentiert, die Fundstücke werden untersucht und konserviert, um die Informationen zu erhalten. Die Ergebnisse der archäologischen Arbeit werden der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht.

Die Fachstelle führt ein Fundstelleninventar, in dem alle bekannten Fundstellen auf Kantonsgebiet verzeichnet sind. Aufgrund dieser Informationen werden archäologische Schutzgebiete definiert. Ist in einem solchen Gebiet ein Bauvorhaben geplant, wird die Fachstelle informiert.

Die erforderlichen Untersuchungen werden mit der Bauherrschaft koordiniert und durchgeführt. Untersuchungen innerhalb der archäologischen Zonen werden nach den gesetzlichen Massgaben vom Kanton finanziert.


Archäologische Funde in Nidwalden
Die Archäologie ist für die Urgeschichte Nidwaldens von grosser Bedeutung, gibt es doch erst seit dem hohen Mittelalter überhaupt schriftliche Quellen zu Nidwalden. Erkenntnisse über frühere Zeiten werden fast ausschliesslich aus der Archäologie gewonnen. Aber auch zum Mittelalter oder zur Neuzeit trägt die Archäologie viele Informationen bei, gerade auch über das alltägliche Leben, über das nicht immer geschrieben wurde.

Die Fundstücke reichen nach aktuellem Forschungsstand bis ins 4. Jahrtausend v. Chr., in die Jungsteinzeit, zurück. Wichtige Funde sind:
  • die jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung in Kehrsiten
  • Funde in der Loppburg aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit
  • bronzezeitliche Dolchklinge aus Stans
  • Mädchengrab in Stans aus der Latènezeit (5. Jahrhundert v. Chr.)
  • gallorömische Brandgräber in Oberdorf
  • mittelalterliche Skelettfunde aus der Stanser Pfarrkirche

Letzte Aktualisierung: 22. Jan. 2010

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