Kopfzeile

Inhalt

Tage des Denkmals öffnen Türen zu geschichtsträchtigen Gebäuden

11. September 2019

Drei Schauplätze in Hergiswil hat die Denkmalpflege Nidwalden für die diesjährigen Tage des Denkmals vom 14./15. September gewählt: Das Sigristenhaus am Dorfplatz, die Reformierte Kirche und das Schulhaus Matt.

Die Denkmalpflege Nidwalden setzt im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals ihren Programmschwerpunkt in Hergiswil. Drei Schauplätze gibt es im Verlauf des Samstags, 14. September, näher zu entdecken. Im ehrwürdigen Sigristenhaus am Dorfplatz findet der mittlerweile traditionelle «Denkmalpflege-Stammtisch» statt. Architekten, Künstler, Farbgestalter und Handwerker diskutieren mit dem Nidwaldner Denkmalpfleger Gerold Kunz über das Thema «Farbe im Ortsbild». Behörden müssen oft zwischen individuellen Farbwünschen und dem Gesamtbild abwägen. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich in die Diskussion einzubringen.

Im Anschluss wird der dritte Band «Baukultur in Nidwalden» vorgestellt. Dieser widmet sich Ortsbildaufnahmen aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, die im Zusammenhang mit dem Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) stehen. Damals wurden in Nidwalden 34 Orte besucht und fotografisch dokumentiert. Die Denkmalpflege Nidwalden hat sich im ISOS-Bildarchiv umgesehen und präsentiert im Band verschiedene Ortsansichten, unabhängig ihrer Klassifikation. Die Bilder gewähren einen Rückblick in die Zeit, als die jüngste Siedlungsentwicklung von Nidwalden erst noch bevorstand.

Am Nachmittag werden Führungen durch zwei Bauten der Nachkriegsmoderne angeboten, die den Dialog mit den Bautraditionen Nidwaldens suchen: die Reformierte Kirche und das Schulhaus Matt. Experten erläutern vor Ort Hintergründe zur Entstehung und Bedeutung der Objekte. Die beiden bis heute unverändert erhaltenen Gebäude sind wichtige Zeitzeugen und im Bauinventar der Gemeinde Hergiswil mit dem Status «schutzwürdig A» aufgeführt, was bedeutet, dass das öffentliche Interesse klar erkennbar ist.

Die schlichte Kirche der Reformierten, entworfen von Architekturpionierin Annemarie Hubacher und ihrem Mann Hans Hubacher, sucht mit einfachen Formen nach der maximalen Integration. Der 1948 realisierte Bau überzeugt in der ansprechenden Situierung im eigenen Park. Die weiss getünchte Kirche ist zwar von der skandinavischen Moderne beeinflusst, trägt aber auch Elemente des Landistils nach Nidwalden. Der Bau war der erste gewonnene Wettbewerb der damals jungen Architekten. Die Führung wird von ihrem Sohn Matthias Hubacher bestritten.

Das zwischen 1952 und 1954 erschaffene Schulhaus Matt löste unter Fachleuten wegen seiner einzigartigen Schulraumbelichtung über die Kantonsgrenzen hinaus Interesse aus. Tageslicht strömt über Oblichtbänder in die Tiefe der Klassenzimmer, eine Neuheit für die damalige Zeit. Dank der Aufnahme in einer Publikation von Alfred Roth zum modernen Schulhausbau wurde das Schulhaus Matt über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die beiden Architekten Emil Jauch und Walter H. Schaad haben in Luzern bedeutende Bauwerke errichtet, in Hergiswil steht eines ihrer Frühwerke. Architekt Christoph Ramisch, der sich eingehend mit Emil Jauchs Leben und Werk befasst hat, gibt Einblick in die Bau- und die Zeitgeschichte.

Das Programm vom 14. September:

  • 10.30 Uhr: Stammtisch Denkmalpflege zu Farbe im Ortsbild, Sigristenhaus, Dorfplatz 8, Hergiswil.
  • 12.00 Uhr: Vernissage 3. Band «Baukultur in Nidwalden», Sigristenhaus, Dorfplatz 8, Hergiswil.
  • 14.15 Uhr: Führung durch die Reformierte Kirche, Steinrütistrasse 8, Hergiswil.
  • 15.45 Uhr: Führung durch das Schulhaus Matt, Baumgartenweg 7, Hergiswil.

Weitere Infos unter www.hereinspaziert.ch

Referent Matthias Hubacher (links) wird die Geschichte der Reformierten Kirche Hergiswil beleuchten, dabei wird er von Martin Garcia (rechts), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Denkmalpflege Nidwalden, begleitet.Referent Matthias Hubacher (links) wird die Geschichte der Reformierten Kirche Hergiswil beleuchten, dabei wird er von Martin Garcia (rechts), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Denkmalpflege Nidwalden, begleitet.
Name
Medienmitteilung Tage des Denkmals [PDF] Download 0 Medienmitteilung Tage des Denkmals [PDF]