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Eltern sprechen Lehrpersonen für Fernunterricht ein grosses Lob aus

19. Juni 2020

Im Nachgang zum Fernunterricht an den Volksschulen – bedingt durch das Coronavirus – hat der Kanton Nidwalden eine Evaluation durchgeführt. Diese zeigt, dass die Umstellung vom Präsenz- auf den digital basierten Unterricht sehr gut gelungen ist und die Beteiligten mit dem Erreichten grossmehrheitlich zufrieden sind. Es wurde aber auch Optimierungspotenzial geortet.

Zwischen dem 16. März und 10. Mai haben die Volksschulen des Kantons Nidwalden aufgrund der COVID-19-Pandemie und des Verbots von Präsenzunterricht auf Fernunterricht umgestellt. Im Nachgang dazu hat die Bildungsdirektion bei den Beteiligten eine Umfrage durchgeführt. 38 Schulleitungen, 514 Lehrpersonen, 2347 Lernende und 3840 Eltern wurden angeschrieben, die Rücklaufquote bewegte sich zwischen 65 und 100 Prozent. Inzwischen sind die Antworten ausgewertet worden und in einen Bericht zum Fernunterricht eingeflossen.

Demzufolge haben sich die Schulleitungen mit der kurzfristigen Umstellung auf den Fernunterricht gut arrangiert und die Lehrpersonen den Auftrag adäquat umgesetzt. Praktisch alle Schulen wollen auch in Zukunft digitale Lernangebote für ihre Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stellen. Als grosse Herausforderung und sehr zeitintensiv empfanden die Schulleitungen das Aufrechterhalten des Kontakts zu allen Beteiligten. Für eine allfällige nächste Fernunterrichtsphase wünschen sie sich eine einheitlichere Umsetzung, wie etwa den Einbezug aller Fächer oder das Festlegen von verbindlichen Unterrichtszeiten und Arbeitserwartungen.

Die Lehrpersonen haben im Rahmen der Umfrage festgehalten, dass die umgehende Organisation des Fernunterrichts eine grosse Herausforderung darstellte. Der Arbeitsaufwand war zumindest in der Anfangsphase für die meisten höher als beim Präsenzunterricht. Die Lehrpersonen bescheinigen den Schülerinnen und Schülern im Allgemeinen, dass sie zuverlässig gearbeitet haben. Allerdings ist eine überwiegende Mehrheit überzeugt, dass sich die Leistungsschere zwischen den Lernenden vergrössert hat. Auch die Lehrpersonen geben an, dass sie vom Digitalisierungsschub im Zusammenhang mit dem Fernunterricht viel profitiert und zudem weitere Vorteile wie flexiblere Arbeitszeiten geschätzt haben.

Selbständige Planung der Hausaufgaben wurde begrüsst
Die Lernenden selbst empfanden den Fernunterricht mehrheitlich als gut, vermissten aber die sozialen Kontakte. Praktisch alle Schülerinnen und Schüler wendeten für ihre Arbeiten die den kantonalen Richtlinien entsprechende Anzahl Stunden pro Tag auf. Grossmehrheitlich verstanden sie die Aufgabenstellungen und bekamen von den Lehrpersonen Rückmeldungen zu den gelösten Aufgaben. Geschätzt wurde zudem die selbständige Planung der Hausaufgaben. Im Fall eines künftigen Fernunterrichts wünschen sich einige Lernende vermehrt Videokonferenzen und eine bessere Koordination unter den Lehrpersonen bezüglich Auftragsmenge.

Die Umfrage führte bei den meisten Eltern zu Tage, dass der Zeitaufwand für ihre Kinder, den sie für die Schulaufgaben benötigten, genau angemessen war. Eine klare Mehrheit bestätigt, dass ihre Kinder die Aufgaben weitgehend selbständig lösen konnten. Viele Eltern schätzten zudem, dass ihre Kinder in einem individuellen Lernrhythmus selbständig und ohne Zeitdruck arbeiten konnten. Für einige Eltern war es indes eine grosse Herausforderung, Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Insgesamt erteilen die Eltern den Lehrpersonen sehr gute Noten für die Gestaltung des Fernunterrichts. Verbesserungsvorschläge wurden bezüglich Struktur und Zielsetzungen geäussert. So wünschen sich einige Eltern für ihre Kinder mehr Videokonferenzen mit der ganzen Klasse, Wochenpläne mit Vorschlägen für die Tageseinteilung, aber auch klare Verbindlichkeiten in den Aufträgen sowie zeitnahe Rückmeldungen zu den gelösten Aufgaben. «Als Fazit darf festgehalten werden, dass der Fernunterricht im Grossen und Ganzen gut geklappt hat. Der Bericht zeigt aber auch, wo noch Optimierungspotenzial besteht. Die Schulverantwortlichen werden sich in der nächsten Zeit damit befassen und in die bereits bestehenden Erkenntnisse zum Fernunterricht einfliessen lassen», sagt Bildungsdirektor Res Schmid.

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