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Das Staatsarchiv lanciert ein umfangreiches Erschliessungsprojekt

30. Juni 2020

Anfang Mai hat das Staatsarchiv Nidwalden ein Projekt gestartet zur Nacherschliessung von über 500 Laufmetern bisher nicht benutzbarer Archivalien. Darunter befinden sich wertvolle Dokumente zur Nidwaldner Geschichte. Über den Fortschritt des Projekts und über wertvolle Fundstücke wird regelmässig berichtet.

Das Staatsarchiv Nidwalden ist das historische Gedächtnis des Kantons. Es bewahrt Dokumente aus mehr als 800 Jahren Nidwaldner Geschichte und stellt diese Interessierten zur Verfügung. Doch über 500 Laufmeter der Archivquellen sind noch unerschlossen, das heisst, ihr Inhalt ist nicht oder nur sehr oberflächlich bekannt. Diese Quellen sind für die Öffentlichkeit, für Forschende und für die Verwaltung kaum zugänglich. Um deren Nutzung sicherzustellen und um Verlusten vorzubeugen, hat der Landrat im November 2019 einen ausserordentlichen Kredit für eine befristete Projektstelle bewilligt. Seit dem 1. Mai ist Historikerin und Archivarin Monika Burri nun daran, die unerschlossenen Bestände zu sichten, zu ordnen und zu verzeichnen.

Fundgrube wertvoller Informationen
Die unerschlossenen Bestände reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Schon eine erste Sichtung hat gezeigt, dass mit wertvollen Entdeckungen zu rechnen ist. So warten beispielsweise Gerichtsprotokolle zu frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen ebenso auf die Aufarbeitung wie amtliche Unterlagen zum Konflikt um unsere Landes- beziehungsweise Kantonsgrenzen. Neben staatlichen Akten kamen auch Dokumente privater Herkunft zum Vorschein. Im Familienarchiv Businger aus dem 18. und 19. Jahrhundert etwa tauchten mehrere Bündel verschnürter Dokumente auf, die nun erstmals geöffnet wurden. Darunter befinden sich Akten, die der spätere Landammann Franz Joseph Businger (1767-1850) als Unterstatthalter des Kantons Waldstätte zur Zeit der Helvetik ablegte. Zudem sind von der Familie Businger mehrere Briefwechsel erhalten, die einen aufschlussreichen Einblick in das Beziehungsnetz und das Alltagsleben der bekannten Stanser Magistratenfamilie gewähren.

Einblick ins Projekt
Für die Nacherschliessungsarbeiten sind gut vier Jahre vorgesehen. Bis Ende 2024 sollen die bedeutsamen Bestände zur Nidwaldner Geschichte konservatorisch behandelt und für die Nutzung zugänglich sein.

Auf seiner Webseite wird das Staatsarchiv Nidwalden regelmässig über den Fortschritt des Projekts berichten. Überraschende Fundstücke und interessante Objekte aus der laufenden Erschliessung werden in der neu geschaffenen Rubrik «Schaufenster ins Archiv» kurz vorgestellt. Zwei erste Fundstücke zeigen die Vielfalt der bisher unerschlossenen Bestände: einerseits der angeregte Briefwechsel, den Baudirektor Ferdinand Businger (1839-1909) mit seiner Verlobten Anna Isler (1853-1915) führte, andererseits Akten aus dem kantonalen Oberforstamt aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts.

Weitere Informationen unter www.nw.ch/schaufensterarchiv

Ungeöffnete Aktenbündel aus der Zeit der Helvetik.
Ungeöffnete Aktenbündel aus der Zeit der Helvetik.

Zugehörige Objekte

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Nacherschliessungsprojekt Abbildung2 [JPG] Download 2 Nacherschliessungsprojekt Abbildung2 [JPG]