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Testplanung zum Areal Kreuzstrasse geht in die politische Phase

3. September 2020

Der planerische Bericht zur Testplanung über die künftige Gestaltung des Areals Kreuzstrasse liegt im Entwurf vor. Die Planerteams kommen zum Schluss, dass die Raumbedürfnisse an ein Sicherheitskompetenzzentrum abgedeckt werden können. Nun müssen auf politischer Ebene die künftigen Nutzer bestimmt und daraus die weiteren Entwicklungsschritte abgeleitet werden.

Der Kanton Nidwalden beabsichtigt, auf dem Areal Kreuzstrasse ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum zu realisieren. Heute befinden sich auf der kantonseigenen Liegenschaft die Kantonspolizei, das Gefängnis, das Amt für Justiz, die Staatsanwaltschaft, das Verkehrssicherheitszentrum und das Strasseninspektorat. Viele der Gebäude sind alt, weisen erheblichen Erneuerungsbedarf auf und erschweren die funktionalen Abläufe im Alltag. Eine einjährige Planungsphase mit drei Planerteams, die den Auftrag hatten, Lösungsansätze für die künftige Ausgestaltung des rund 33'000 Quadratmeter grossen Areals aufzuzeigen, ist vor kurzem zu Ende gegangen. «Auch wenn die Teams unterschiedliche Ansätze angewendet haben, hat die Testplanung offenbart, dass das Anforderungsprofil an ein künftiges Sicherheitskompetenzzentrum grundsätzlich eingehalten werden kann», bilanziert Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser, Mitglied des Steuergremiums. Ausgehend von den bereits angesiedelten Verwaltungseinheiten und Organisationen und deren künftigen Bedürfnissen sowie der Einbindung von Stützpunktfeuerwehr und Rettungsdienst kann das Raumprogramm auf dem Areal untergebracht werden. Der Standort erweist sich insbesondere für Blaulichtorganisationen gerade wegen seiner Anbindung an die A2 als ideal.

Da verschiedene Nutzungen wie das Strasseninspektorat, das Verkehrssicherheitszentrum oder gegebenenfalls die Feuerwehr grosse Aussen- und Erdgeschossflächen in Anspruch nehmen würden, konnte keines der drei Planerteams Landreserven aufzeigen. Die intensive Nutzung der Aussenflächen hat im Verlauf der Projektarbeiten zudem zur Einsicht geführt, dass es schwierig ist, qualitativ hochwertige Freiräume für die Mitarbeitenden, Kunden und die Öffentlichkeit bereit zu stellen, wie im Synthesebericht zur Testplanung festgehalten wird, der nun im Entwurf vorliegt und bis Ende Jahr finalisiert werden soll. Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Areal werden daher durch die Aufstockung einzelner Gebäude vorgeschlagen. Überhaupt seien die Gebäude möglichst nutzungsneutral zu konzipieren, sodass sich diese an verändernde Bedürfnisse leicht anpassen lassen und der Kanton auf längere Sicht eine hohe Flexibilität behält.

Bezüglich der Verkehrsführung ausserhalb des Areals wurde sichergestellt, dass Freiräume für die Entwicklung im Bereich des Kreisels Kreuzstrasse geschaffen werden. Dieses Vorgehen, das zu erstellende kantonale Gesamtverkehrskonzept wie auch die Arealentwicklung Kreuzstrasse selbst werden zukünftig laufend miteinander koordiniert werden müssen, um gegenseitig die neuen Erkenntnisse einfliessen zu lassen.

Mehr Zeit für den politischen Prozess
Der Regierungsrat hat am vergangenen Samstag die Landrätinnen und Landräte zu einer fakultativen Veranstaltung eingeladen und über den Stand des Verfahrens und die Kernbotschaften des Syntheseberichts informiert. «Dies ist bei Projekten in dieser Dimension nicht unüblich», erklärt Karin Kayser und verweist auf frühere Beispiele wie den Ersatzbau Süd, der gegenwärtig angrenzend des Kasernenareals Wil realisiert wird. «In Kommissionssitzungen oder an einer Landratssitzung wäre es nicht möglich gewesen, den Planungsprozess und die gewonnenen Erkenntnisse so vertieft zu erläutern», so die Regierungsrätin.

Auf Basis der Testplanung, die noch kein Bauprojekt auslöst, gilt es nun den «Bestellkatalog» zu konkretisieren. Welche kantonalen Aufgaben sollen in Zukunft auf dem Areal erfüllt werden? Macht eine Zentralisierung von Verwaltungseinheiten an der Kreuzstrasse Sinn? Auf diese und weitere Fragen sind auf politischer Ebene Antworten zu geben. Für diesen Schritt hat der Regierungsrat aufgrund Rückmeldungen des Landrats Tempo aus dem ursprünglichen Zeitplan genommen. Karin Kayser dazu: «Wir möchten uns für den politischen Dialog mehr Zeit nehmen. Der Landrat und weitere relevante Anspruchsgruppen sollen sich in Ruhe mit den gewonnen Erkenntnissen befassen können und aktiv an der Weichenstellung mitwirken.» Ziel ist es, diesen kooperativen Prozess bis im Sommer 2021 mit dem effektiven Bestellkatalog abzuschliessen. Ohne diesen macht eine weitere räumliche und planerische Auseinandersetzung mit dem Areal wenig Sinn.

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