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Lagebulletin 5: Private Bootsfahrten und Wassersport sind ab morgen wieder erlaubt

19. Juli 2021

Die Lage in den Seegemeinden hat sich weiter beruhigt. Abgesperrte Zonen oder Strassen konnten mittlerweile oder können in absehbarer Zeit wieder freigegeben werden. Das Verbot für Bootsfahrten und Wassersportarten auf dem See gilt ab morgen Dienstag nicht mehr. Dennoch wird vor allem in Uferbereichen weiterhin zu Vorsicht und Rücksichtnahme aufgerufen.

Der Pegel des Vierwaldstättersees ist im Verlauf von heute weiter gesunken. Zur Stunde befindet er sich auf 434.76 Metern über Meer, 18 Zentimeter unter dem Höchststand um Freitagmitternacht. Dennoch gilt weiterhin die höchste Gefahrenstufe 5. Angesichts der stabilen Wetterlage ist indes absehbar, dass die Hochwassergefahr in den Abendstunden auf Stufe 4 (< 434.75m) zurückgeht, weshalb die Anrainerkantone beschlossen haben, dass das befristete Verbot für die private Boots- und Schifffahrt sowie Wassersportarten jeglicher Art auf dem Vierwaldstättersee wie vorgesehen heute um Mitternacht endet und nicht verlängert wird. «Trotzdem ist weiterhin Vorsicht geboten, insbesondere gilt es, in Ufernähe langsam zu fahren, um Wellenschlag und damit zusätzliches Schadenspotenzial zu vermeiden. Auch besteht aufgrund der Hochwassersituation und viel Schwemmholz auf dem See ein erhöhtes Unfallpotenzial. «Rettungsaktionen, die Wellenschlag verursachen und Einsatzkräfte binden, wären in der aktuellen Lage besonders unvorteilhaft», appelliert Karin Kayser an die Vernunft der Seenutzer.

Der Wasserstand ist zwar rückläufig, dennoch wird die Bevölkerung gebeten, sich nicht ohne Grund in See- oder Flussnähe zu begeben, da die Ufer nicht immer klar ersichtlich sind. In diesem Zusammenhang sind weiterhin die Sicherheitsabsperrungen zu beachten. Aufgrund der sich beruhigenden Lage ist davon auszugehen, dass abgesperrte Zonen in den kommenden Tagen nach und nach freigegeben werden können. Auch werden die provisorischen Stege gestaffelt zurückgebaut an jenen Orten, an denen die Wassermassen wieder gewichen sind.

Auf Strassen, die in den vergangenen Tagen überflutet waren, kehrt ebenso allmählich Normalität ein. Die Hauptstrasse zwischen Emmetten und Seelisberg ist auf Höhe des Dürrensees im Wechselverkehr wieder einspurig befahrbar. Am Vormittag sind noch einige Strassenabschnitte unter anderem in Stansstad gesperrt gewesen, so auch die Zufahrt zum Dorfplatz. Die Gemeinde geht davon aus, dass die Sperrung noch bis am Mittwoch, 21. Juli, andauern wird.

Ein Augenmerk gilt nach wie vor der Gefahr von Erdrutschen und Murgängen. Aufgrund der von den vielen Niederschlägen gesättigten Böden sind auch bei schönem Wetter Spontanereignisse nicht auszuschliessen. In einzelnen Gebieten ist das Abwassersystem zudem stark belastet, so etwa in Stansstad. Die Bevölkerung ist weiterhin aufgefordert, den Wasserverbrauch gering zu halten und nicht barfuss durch überflutete Bereiche zu waten.

Private, die bei Feuerwehren Sandsäcke zu Präventionszwecken bezogen haben, können diese trocken lagern und im Bedarfsfall wiederverwenden. Alternativ kann eine Rückgabe beim Feuerwehrlokal in der jeweiligen Gemeinde erfolgen.

Der Dank an die Einsatzkräfte
Für Aussagen zur Summe der entstandenen Elementarschäden ist es aktuell zu früh. Es ist davon auszugehen, dass mit dem zurückgehenden Wasserstand weitere Schadenmeldungen eintreffen und die Experten der Nidwaldner Sachversicherung (NSV) demnächst mit der Schadenaufnahme vor Ort beginnen können. Was aber bereits heute gesagt werden kann: Die baulichen und temporären Präventions- und Schutzmassnahmen und die Investitionen in die Notfallplanungen nach dem Hochwasser 2005 haben sich bewährt und vielerorts ein Eindringen von Wasser durch Gebäudeöffnungen verhindert.

Der Nidwaldner Regierungsrat möchte es nicht unterlassen, den Feuerwehren, Gemeindeführungsstäben, Zivilschutzleistenden und allen weiteren Einsatzkräften für deren Engagement zum Schutz der Bevölkerung einen grossen Dank auszusprechen. «Sie alle haben in ihren Fachbereichen, aber auch im Verbund dafür gesorgt, dass sich die materiellen Schäden in Grenzen halten und keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Was mich in den letzten Tagen besonders beeindruckt hat, ist die Solidarität, wie sie in unserem Kanton gelebt wird, und die Akzeptanz, mit welcher die Verhaltensregeln befolgt werden», hält Karin Kayser fest.

Angesichts der sich beruhigenden Situation sind keine weiteren Lagebulletins vorgesehen. Die Bevölkerung kann sich aber weiterhin auf der Webseite www.nw.ch sowie auf den Webseiten betroffener Gemeinden informieren. In Notfällen ist die Polizei (Tel. 117) oder Feuerwehr (Tel. 118) zu verständigen.

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