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Verstärkte Koordination ist für positive Kindesentwicklung zentral

1. Oktober 2021

Das Projekt «Guter Start ins Familienleben» stösst in Fachkreisen auf gutes Echo. Die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel werden geschätzt. Nun geht es darum, diese noch bekannter zu machen, damit sie im Alltag der interprofessionellen Zusammenarbeit rund um das Kindeswohl vermehrt zur Anwendung gelangen. So das Fazit eines Netzwerktreffens mit Fachpersonen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich.

Das von der Gesundheits- und Sozialdirektion im vergangenen Jahr lancierte Projekt «Guter Start ins Familienleben» – kurz «Gustaf» – will den Austausch und die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Fachpersonen und -stellen rund um das Kindeswohl stärken. Dadurch soll es gelingen, Eltern und Kinder in Belastungssituationen umfassender und gezielter zu unterstützen. Am kürzlichen Netzwerktreffen mit rund 50 Fachpersonen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich unterstrich Verena Wicki Roth, Vorsteherin des Sozialamtes, fest, dass eine frühzeitige Hilfe für Betroffene ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist – bevor sich Belastungen zu Problemsituationen verfestigt haben. «Eine Unterstützung, die dann gelingt, wenn die involvierten Fachpersonen wie Hebammen, Pflegefachpersonen oder die Ärzteschaft eng und koordiniert mit Fachpersonen von sozialen Beratungsstellen und dem Bildungsbereich wie Kita, Spielgruppe und Kindergarten zusammenarbeiten», ergänzte Franziska Thurnherr, stellvertretende Vorsteherin des Gesundheitsamtes.

Dass diese Zusammenarbeit in der Praxis oft herausfordernd ist, verdeutlichte Professorin Dr. Marion Huber der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in ihrem Referat: unterschiedliche Sprachen, Perspektiven, Hierarchien und Rahmenbedingungen bilden Spannungsfelder in der Zusammenarbeit. Umso wichtiger sei es, dass Fachpersonen aktiv aufeinander zugehen und den Austausch suchen. Es brauche dafür immer wieder gemeinsame Austauschgefässe wie dieses Treffen, die den Vertrauensaufbau und die Vernetzung zwischen den verschiedenen Professionen fördern. Einigkeit über den Bedarf an Vernetzung und den Wunsch nach regelmässigen, gemeinsamen Austauschgefässen herrschte auch in der gemeinsamen Diskussion unter den Teilnehmenden. Austausch und Vernetzung sind wichtige Voraussetzungen, es brauche jedoch auch gemeinsame Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit, zeigte Marion Huber auf. Mit den Angeboten des Projekts «Gustaf» stehen Fachpersonen nun seit rund einem Jahr Hilfsmittel für die fallbezogene Zusammenarbeit zur Verfügung.

Die Umsetzung des Projekts wird wissenschaftlich begleitet. Als Co-Leiterin dieser wissenschaftlichen Evaluation zog Marion Huber das Zwischenfazit, dass die Hilfsmittel bei den Befragten auf breite Zustimmung stossen und als hilfreich eingeschätzt werden. Im weiteren Prozess müssen diese jedoch noch bekannter gemacht werden, damit sie als gemeinsame Tools in der Zusammenarbeit von Fachstellen Verwendung finden. Im kommenden Jahr sind weitere Schulungen und Vernetzungstreffen geplant. Wenn das von Gesundheitsförderung Schweiz unterstützte Projekt Ende 2022 ausläuft, soll im Kanton Nidwalden ein wirkungsvolles System für die interprofessionelle Zusammenarbeit rund ums Kindeswohl verankert sein.

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