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Kurzarbeit infolge Coronavirus


1. Allgemeines

Betriebe können Kurzarbeit anmelden, wenn ihre Arbeitsausfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. Dank der Kurzarbeitsentschädigung können Teillöhne weiterbezahlt, Arbeitsplätze erhalten und Arbeitslosigkeit vermieden werden.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat aufgrund der aktuellen Entwicklung und Verbreitung des Coronavirus Sonderregelungen vorübergehend im Bereich Kurzarbeitsentschädigung in Kraft gesetzt (Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung, SR 837.033). Diese ist bis 31. August 2020 in Kraft.

Arbeitsausfälle aus wirtschaftlichen Gründen
Arbeitsausfälle aufgrund rückläufiger Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sind anrechenbar, wenn sie auf die Pandemie zurückzuführen sind.

Arbeitsausfälle aufgrund von behördlichen Massnahmen oder anderer vom Arbeitgeber nicht zu vertretender Umstände
Durch die Behörden ergriffene Massnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie sind als aussergewöhnliche Umstände zu betrachten. Arbeitsausfälle als direkte Folge der behördlichen Massnahmen sind anrechenbar. Ebenfalls als anrechenbar gilt, wenn es den Arbeitnehmenden unmöglich ist, am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Ausweitung und Vereinfachung Kurzarbeitsentschädigung
Aufgrund der COVID-19-Verordnung kann Kurzarbeitsentschädigung zwischen dem 1.3.2020 und dem 31.08.2020 zusätzlich für folgende Personengruppen ausgerichtet werden:

  • Arbeitnehmende auf Abruf, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens 6 Monate gedauert hat.
  • Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit
  • Zusätzlich für die Zeit vom 1.3.2020 bis 31.05.2020:
    Lernende und Arbeitgeberähnliche Angestellte (z.B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten). Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können ebenfalls von Kurzarbeitsentschädigung profitieren.

Die bereits gesenkte Karenzfrist für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben.

Arbeitnehmer müssen ihre Überstunden nicht vorgängig abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.

Aufhebung der COVID-19-Verordnung per Ende August 2020

Für Voranmeldungen ab dem 01.06.2020 gilt wieder eine Voranmeldefrist von 10 Tagen. Mit der Aufhebung der COVID-19-Verordnung per 31.08.2020 wird die maximale Bewilligungsdauer wieder von 6 auf 3 Monate gekürzt.

WICHTIG: Wenn Sie am 01.09.2020 weiterhin Kurzarbeit geltend machen müssen, ist eine neue Voranmeldung unter Berücksichtigung der 10tägigen Voranmeldefrist beim Arbeitsamt einzureichen.

Der Bunderat hat am 12. August 2020 entschieden, bis Ende Dezember 2020 das vereinfachte Verfahren für die Voranmeldung von Kurzarbeit (KAE) sowie das summarische Verfahren für die Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung beizubehalten.

Daher gilt bis 31. Dezember 2020 zur Abwicklung der KAE einzig der "Prozess KAE COVID-. 19" und es sind für KAE ausschliesslich die COVID-19 Formulare zu verwenden, unabhängig von der Begründung.

Ab 1. September 2020 entfällt zudem die Mehrheit der ausserordentlichen Massnahmen (Ausweitung der Anspruchsgruppen, zusätzliche finanzielle Entlastung der Unternehmen) und es erfolgt eine Rückkehr zum ursprünglichen System der Kurzarbeitsentschädigung.

Die wichtigsten aktuellsten weiteren Informationen und Änderungen im Bezug auf Kurzarbeit ab 01.09.2020 finden Sie auf www.arbeit.swiss.
 

2. Ablauf

1. Schritt

Das Verfahren um Antrag auf Kurzarbeit geschieht zweistufig. Für die Voranmeldung und Bewilligung für Kurzarbeit im Kanton Nidwalden ist das Arbeitsamt zuständig, für die Abrechnung und Auszahlung der beantragten Kurzarbeit die Arbeitslosenkasse Obwalden Nidwalden.

Als Arbeitgeber müssen Sie die geplante Kurzarbeit /Verlängerung der Kurzarbeit schriftlich melden (Voranmeldung). Eine rückwirkende Anmeldung ist nicht möglich.

Das Formular «COVID-19 Voranmeldung Kurzarbeit» ist von Ihnen als Unternehmen auszufüllen, zu unterzeichnen und im Anschluss per Mail dem kantonalen Arbeitsinspektor zuzustellen: arbeitsamt@nw.ch (oder postalisch an folgende Adresse: Arbeitsamt, Stansstaderstrasse 54, Postfach 1251, 6371 Stans). Das Formular «COVID-19 Voranmeldung Kurzarbeit» finden Sie unter Online-Formulare (siehe unten) oder auf www.arbeit.swiss.

Sie erhalten anschliessend so schnell wie möglich eine Verfügung. Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Arbeitsamtes zur Verfügung unter 041 618 76 54.

Informationen für Unternehmen zum Corona-Virus: LINK
FAQ "Pandemie und Betriebe": LINK

2. Schritt

Nach Erhalt des Entscheides des Arbeitsamtes wird die von Ihnen gewählte Arbeitslosenkasse sich so schnell als möglich mit Ihnen in Verbindung setzen betreffend weiteres Vorgehen.

Die Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung erfolgt über die gewählte Arbeitslosenkasse. Bitte verwenden Sie dazu das entsprechende ausserordentliche Formular «Antrag auf Abrechnung Covid-19» für die Abrechnung. Sie finden es auf www.arbeit.swiss oder die Arbeitslosenkasse Obwalden Nidwalden wird es Ihnen zustellen. Vollständig eingereichte Unterlagen erleichtern der Arbeitslosenkasse Obwalden Nidwalden die Arbeit, um eine effiziente und schnelle Dienstleistung und Auszahlung tätigen zu können.

  • Die Arbeitslosenkasse (freie Wahl der Kasse durch den Arbeitgeber) ist für die Auszahlung zuständig.
  • Weitere Informationen und Formulare finden Sie unter www.arbeit.swiss

Wichtiger Hinweis zu Kennzahlen
Aktuelle Kennzeichen von Nidwalden finden Sie unter www.amstat.ch.

 

Kurzarbeitsentschädigung

Die Kurzarbeitsentschädigung ist eine Versicherungsleistung der Arbeitslosenversicherung (ALV). Die Arbeitslosenversicherung deckt den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitgebenden über einen gewissen Zeitraum einen Teil der Lohnkosten, um Entlassungen vermeiden und Arbeitsplätze erhalten zu können. Als Kurzarbeit gilt die vorübergehende Reduktion der Arbeitszeit oder die vollständige Einstellung der Arbeit eines Betriebes oder einer selbständigen Betriebsabteilung. Die Reduktion muss wirtschaftlich bedingt und unvermeidbar sein.

Kurzarbeitsentschädigung wird auch ausgerichtet:

  • wenn wegen behördlichen Massnahmen (z.B. Strassensperren bei Lawinengefahr) die Angestellten den Arbeitsplatz nicht erreichen können und deshalb nicht gearbeitet werden kann;
  • wenn wegen zuviel oder zuwenig Schnee oder Wasser die Kunden ausbleiben und deshalb nicht gearbeitet werden kann (wetterbedingter Kundenausfall).
     

Nicht entschädigt werden Arbeitsausfälle,

  • die nicht vorübergehend sind;
  • die durch betriebsorganisatorische Massnahmen entstehen, wie z.B. Reinigungs-, Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten;
  • die branchen-, berufs- und betriebsüblich sind, wie z.B. saisonale Beschäftigungsschwankungen.

Im Gegensatz zur Arbeitslosenentschädigung wird die Kurzarbeitsentschädigung an den Arbeitgebenden ausgerichtet. Jeder Arbeitnehmende hat jedoch das Recht, Kurzarbeit abzulehnen. Der Arbeitgebende muss diesen Arbeitnehmenden weiterhin den vollen Lohn auszahlen.

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