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Gefahrenmanagement - Integrales Risikomanagement (IRM)

Zuständige Direktion: Baudirektion
Zuständige Amtsstelle: Amt für Gefahrenmanagement
Verantwortlich: Schmidiger, Viktor

Im Kanton Nidwalden spielt der Umgang mit Naturgefahren auf Grund der geografischen Gegebenheiten seit jeher eine grosse Rolle. An vielen Orten stellen Naturgefahren eine Bedrohung für Menschen, Sachwerte und Infrastrukturen sowie für die Lebensgrundlagen und die Umwelt dar. Durch eine optimale Anpassung an die Gefahren sollen Schäden mit gezielten Massnahmen verhindern oder mindestens begrenzt werden.

Der Schutz vor Naturgefahren erfolgt heute nach den Grundsätzen des integralen Risikomanagements. Mit der geeigneten Kombination von verschiedenen Schutzmassnahmen werden bestehende Risiken auf ein akzeptables Mass reduziert und neue, inakzeptable Risiken verhindert. Das integrale Risikomanagement fordert, dass ein bezüglich allen Naturgefahren vergleichbares Sicherheitsniveau angestrebt wird, welches zudem sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt: Es soll sozial und ökologisch vertretbar sowie ökonomisch verhältnismässig sein.

Analysen aber auch der Umgang mit zu erwartenden Gefährdungen und resultierenden Risiken müssen gemeinsam durch alle betreffenden Akteure gemeistert und mitgetragen werden. Zur Sicherstellung einer angemessenen Vorbeugung, einer effizienten Bewältigung und gegebenenfalls einer speditiven Regeneration ist eine entsprechende Zusammenarbeit aller verantwortlichen Organisationen und Gruppierungen erforderlich (Bund, Kanton, Gemeinden, sowie Bevölkerung und Versicherungen). Im Kanton Nidwalden sind die kantonalen Aufgaben verschiedenen Direktionen bzw. Ämtern zugeteilt wobei die Fachkommission Naturgefahren und der kantonale Führungsstab entsprechende Koordinationsaufgaben wahr nehmen.

Risiko:
Allgemein versteht man unter Risiko die Wahrscheinlichkeit, dass durch ein bestimmtes Ereignis Schäden auftreten. Das Risiko wird definiert als das Produkt aus der Eintretenswahrscheinlichkeit und dem Schadenpotential. Risiken können ermittelt und bewertet werden und dienen somit als Mass für die Sicherheit.

Management:
Das Risikomanagement berücksichtigt die Gesamtheit der Massnahmen und Methoden, mit denen die angestrebte Sicherheit erreicht werden soll. Ein erfolgreiches Risikomanagement setzt einen intensiven Risikodialog unter allen beteiligten Akteuren voraus und stellt gestützt auf Beobachtungen und Erkenntnissen einen kontinuierlichen Kreislauf dar.

Integral:
Integral ist das Risikomanagement, wenn alle Naturgefahren betrachtet werden, sich alle Verantwortungsträger an der Planung und Umsetzung von Massnahmen beteiligen und alle Arten von Massnahmen in die Massnahmenplanung einbezogen werden. Das Integrale Risikomanagement geht von der Gleichwertigkeit aller Instrumente zum Schutz vor Naturgefahren aus.

Massnahmen:
Aus der Gefahrenbeurteilung und Risikobewertung werden Massnahmen abgeleitet und geplant. Die Massnahmen zur Steuerung der Risiken sind vielfältig und müssen optimal kombiniert werden. Massnahmen zum Umgang mit Naturgefahren decken die drei Phasen Vorbeugung; Intervention (Bewältigung); und Wiederherstellung (Regeneration) ab, welche grundsätzlich den gleichen Stellenwert ausweisen.

Um Schäden durch Naturgefahren zu verhindern oder zu mindern, müssen alle möglichen Arten von Schutzmassnahmen berücksichtigt werden:
  • Planerische Massnahmen
angepasste Nutzung des Raums
freihalten erforderlicher/betroffener Räume; usw.
  • Organisatorische Massnahmen
zeitgerechte Warnung, Alarmierung und Information im Ereignisfall, Notfallplanungen, Sperrungen, Evakuationen usw.
  • Technische Massnahmen
­Objektschutz, Schutzbauten wie Lawinenverbauungen, Hochwasserschutzdämme oder Steinschlagschutznetze; usw.
  • Biologische Massnahmen
Schutzwald und Grünverbau; usw.


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Die Wahl der Massnahmen respektive deren Kombination werden nachhaltig aufgrund sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Kriterien optimiert.

Der Kanton Nidwalden beziehungsweise die damaligen Akteure haben bei der Entwicklung der Grundsätze des Integralen Risikomanagement massgeblich beigetragen. Entsprechend gelten insbesondere die Massnahmen an der Engelberger Aa diesbezüglich als Pionierprojekt. Für die Hochwasserprävention werden basierend auf der Risikoanalyse insbesondere Massnahmen des differenzierten Hochwasserschutzes mit raumplanerischen Massnahmen kombiniert und in Abstimmung mit der Versicherung durch die Notfallplanung ergänzt.
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