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Nacherschliessungsprojekte
Staatsarchiv > 3. Records Management, Archivierung > 3.4 Nacherschliessungsprojekte
Damit man Archivgut finden und benutzen kann, muss es geordnet und verzeichnet sein. Diese Arbeiten werden unter dem Begriff "Erschliessung" zusammengefasst. Erschliessung ist zwar eine "unsichtbare" aber gleichzeitig die zentrale und grundlegende Dienstleistung von Archiven - ohne Erschliessung sind Archive nicht benutzbar.
Erschliessungsrückstand im Staatsarchiv
Erschliessung kann sehr aufwändig sein. Je älter die Dokumente und je chaotischer die Vorordnung, desto mehr Zeit benötigt die Erschliessung. Im Staatsarchiv hatte die Erschliessung zudem lange nicht den ihr gebührenden Stellenwert.
Beides führte zu einem Erschliessungsrückstand. Ablieferungen aber auch historische Bestände konnten in Anbetracht der Ressourcen nicht bearbeitet werden. In der Folge waren Bestände im Umfang von mehr als 1'500 Laufmetern kaum oder gar nicht benutzbar. Überlieferungsverluste drohten.
Massnahmen zur Nacherschliessung
Das Staatsarchiv ergriff ab 2009 Massnahmen mit dem Ziel, diesen Rückstand aufzuarbeiten, das unerschlossene Archivgut zu bewerten und benutzbar zu machen. Neben den grossen Nacherschliessungsprojekten waren wichtige Massnahmen:
- Bestandsaufnahme und Priorisierung der Nacherschliessungsarbeiten
- Einführung von Erschliessungsrichtlinien auf der Grundlage anerkannter Fachstandards
- Aufbau einer einfacheren Archivstruktur (Fachbibliothek, staatliche Bestände, Privatarchive, Sammlungen)
- Erstmalige Bestandsaufnahme über die Sammlungen
- Zusammenfassung aller Findmittel in einem Archivverzeichnis ("Single Point of Access")
Die Reihe "Schaufenster ins Archiv" berichtet über spannende und unerwartete Funde aus den Nacherschliessungsprojekten:
Projekt Nacherschliessung 1 (2011-2017)
Das erste Nacherschliessungsprojekt startete mit der Bewertung und Nacherschliessung des Zwischenarchivs. Das Zwischenarchiv enthielt hauptsächlich unerschlossene Verwaltungsablieferungen seit etwa 1980. Im Projekt wurden rund 350 Laufmeter moderner Verwaltungsakten benutzbar gemacht und offensichtlich nicht archivwürdiges Material im Umfang von mehreren Hundert Laufmetern ausgeschieden.
Projekt Nacherschliessung 2 (2020-2024)
In diesem Projekt wurden rund 500 Laufmeter Archivgut erstmalig bewertet und erschlossen. Dieses Archivgut bestand zu einem beträchtlichen Teil aus historischen Dokumenten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, deren Inhalt praktisch unbekannt war. Das Projekt brachte viele bisher unbekannte Quellen zur Geschichte Nidwaldens ans Licht.
Projekt Nacherschliessung 3 (2024-2026)
In dem 2024 gestarteten Nacherschliessungsprojekt 3 werden die erst provisorisch gebildeten Sammlungsbestände erschlossen sowie alte Mischbestände bewertet und in die Archivstruktur überführt. Das Projekt umfasst rund 100 Laufmeter Archivgut.
Projekt Nacherschliessung 4 (2026-2029)
Im letzten Nacherschliessungsprojekt werden unbewertete und ungenügend erschlossene Altbestände im Umfang von über 300 Laufmetern bereinigt. Zudem werden sämtliche Bestände archivtauglich magaziniert. Mit diesem Projekt findet die Nacherschliessung im Staatsarchiv ihren Abschluss.
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