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Nidwalden überzeugt im Schulsport mit nationalen Erfolgen
Seit 2010 sind mindestens drei Lektionen Sport pro Woche vorgeschrieben. Dieses Obligatorium wird nun allerdings in Frage gestellt: Im Rahmen des Projekts «Entflechtung 27» prüft der Bund, diese Vorgabe aufzuheben und die Verantwortung vollständig den Kantonen zu überlassen. Kritiker warnen vor einer Schwächung des Schulsports und wachsenden Unterschieden zwischen den Regionen.
Wie wichtig verlässliche Strukturen sind, zeigt sich derzeit im Kanton Nidwalden. Hier baut der freiwillige Schulsport gezielt auf dem obligatorischen Unterricht auf – mit sichtbarem Erfolg. Ein Beispiel ist der NSV-Klassencup 2025/2026: über das Schuljahr hinweg massen sich insgesamt rund 2500 Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen in den Disziplinen Leichtathletik, Unihockey, Volleyball, Handball, Basketball und Fussball. Im Zentrum standen neben sportlichen Leistungen auch Teamgeist und Fairness.
Das Kollegium St. Fidelis Stans entschied den Wettbewerb im 7. Schuljahr für sich. In den höheren Stufen dominierte Ennetbürgen. Das 8. Schuljahr gewann zum zweiten Mal in Folge, das 9. Schuljahr sicherte sich gar den dritten Titel nacheinander. Die Resultate sprechen für Kontinuität und gezielte Förderung.
Auch auf nationaler Ebene machten Nidwaldner Teams auf sich aufmerksam. Die Knaben der 2. ORS Oberdorf sicherten sich am UBS Football Cup Finaltag in Basel ohne eine einzige Niederlage souverän den Schüler-Schweizermeistertitel. Im Unihockey erfolgreich waren die Mädchen der 2. ORS Buochs, die am schweizerischen Finaltag in Zofingen Silber gewannen. Im Handball erreichten gleich zwei Knaben-Teams den Vize-Schweizermeistertitel: die 4. Klasse Hergiswil sowie die 5. Klasse des Turmattschulhauses Stans. Für ein besonderes Ausrufezeichen sorgte die Heilpädagogische Schule Stans (HPS) am schweizerischen Schulsporttag in Winterthur mit Silber in der Leichtathletik – ein Beispiel für erfolgreiche Inklusion.
Für Philipp Hartmann, Leiter der Abteilung Sport, sind diese Resultate kein Zufall:
«Gerade in der aktuellen Diskussion rund um die Entflechtung 27 zeigt sich, wie wichtig klare und verlässliche Rahmenbedingungen sind. Unsere Erfahrungen in Nidwalden belegen: Die Kombination aus obligatorischem Unterricht und freiwilligem Schulsport funktioniert – und sie führt zu messbaren Erfolgen.»
Der freiwillige Schulsport übernimmt dabei eine wichtige Rolle: Er erweitert das Bewegungsangebot, fördert Talente und stärkt soziale Kompetenzen. Gleichzeitig bleibt das Obligatorium die Grundlage, auf der diese Angebote aufbauen.
Ob diese Basis in Zukunft schweizweit bestehen bleibt, ist derzeit offen. In Nidwalden ist die Richtung aber klar: Der Schulsport soll auch künftig eine tragende Rolle spielen.
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