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Wichtige archivische Fachbegriffe

 

Die Dokumente im Staatsarchiv sind nach archivwissenschaftlichen Grundsätzen geordnet. Die folgenden Informationen geben Hinweise zur Ordnung und erklären wichtige archivische Begriffe.

Hierarchische Ordnung

Archivgut ist nicht thematisch geordnet sondern nach Provenienzen. Provenienzen sind die Institutionen oder Personen, welche die Dokumente hergestellt haben, welche für die Dokumente verantwortlich gewesen sind. Diese Ordnung ist hierarchisch aufgebaut und kann im Staatsarchiv Nidwalden bis zu neun Stufen umfassen. Jede Verzeichnungseinheit ist einer dieser Stufen zugeordnet. Untergeordnete Einheiten sind dabei immer ein Teil der übergeordneten Einheit.

  1. Archiv
  2. Abteilung
  3. Unterabteilung
  4. Bestand
  5. Serie
  6. Teilserie
  7. Dossier bzw. Band
  8. Teildossier
  9. Einzelstück

Je höher die Stufe, desto allgemeiner sind die Informationen - je tiefer die Stufe, desto spezifischer. Das Archivgut ist unterschiedlich tief erschlossen und nicht in jedem Ast sind alle Hierarchiestufen vorhanden.

Verzeichnungsstufen

  • Archive umfassen das gesamte Archivgut einer öffentlichen Körperschaft. In Nidwalden ist nur das Staatsarchiv als Archiv erfasst.
  • Abteilungen und Unterabteilungen sind Unterteilungen eines Archivs nach verschiedenen Ordnungskriterien wie Herkunft, Alter oder Sammlungsabsicht des Archivguts.
  • Bestände umfassen das Archivgut, das aus der gleichen Provenienz stammt: z. B. aus der gleichen Behörde, der gleichen Amtsstelle, aus einer bestimmten Firma oder einem Verein.
  • Serien sind Gruppen von Dossiers einer Provenienz, die entweder nach einem einheitlichen System geordnet sind, oder die aus demselben Tätigkeitsbereich stammen. Serien können auch eine besondere Form (z. B. Protokollbände) haben oder einen Zeitraum (z. B. Baubewilligungen 1980-1990) umfassen.
  • Dossiers umfassen alles Archivgut, das aus einem bestimmten Geschäft oder einem bestimmten Fall stammt (z. B. Gerichtsfall, Regierungsratsgeschäft). Bände sind einzelne Protokollbände einer Behörde (z. B. ein Band des Gerichtsprotokolls).
  • Einzelstücke sind einzelne Dokumente, die zu einem Dossier gehören.
  • Bestände und Serien können mit Klassifikationen unterteilt sein. Klassifikationen dienen zur Unterteilung nach thematischen oder chronologischen Gesichtspunkten (ähnlich Schlagworten).

 

Signaturen

Signaturen werden zusammengesetzt aus den Siglen der verschiedenen Verzeichnungsstufen. Klassifikationen sind nicht Bestandteil der Signatur. Archivgut wird anhand der Signatur bestellt und zitiert.

Wichtige archivische Begriffe (alphabetisch)

  • Alte Archivsignaturen sind alte, nicht mehr gültige Archivsignaturen. Diese werden zwar nicht mehr benutzt, in der älteren Literatur aber zitiert.
  • Archivgut bezeichnet das archivierte Material, unabhängig von Träger (Pergament, Papier, digitale Daten) und Form (Einzelakten, Bücher, Bilder usw.).
  • Der Bezugszeitraum bezeichnet den Zeitpunkt, auf den sich Archivgut bezieht. Zum Beispiel kann eine Urkundenabschrift im Jahr 1700 erstellt worden sein (Entstehungszeitraum), sich aber auf eine originale Urkunde aus dem Jahr 1349 (Bezugszeitraum) beziehen. Ein Bezugszeitraum ist nur in wichtigen Fällen angegeben.
  • Der Entstehungszeitraum bezeichnet den Zeitpunkt, in der das Archivgut hergestellt wurde. Bei staatlichen Ablieferungen entspricht dies in der Regel der Geschäftslaufzeit. Der Entstehungszeitraum ist immer – manchmal nur als Schätzung – angegeben.
  • Die Pertinenz ist die Zugehörigkeit von Archivgut zu Territorial-, Personal- oder Sachbetreffen ohne Rücksicht auf die Entstehungszusammenhänge. Früher wurden Archive nach Pertinenzen geordnet, heute wird nach Provenienzen gegliedert.
  • Die Provenienz bezeichnet die Herkunft des Archivguts, die Institution oder Person, die das Archivgut hergestellt hat. Bei staatlichen Akten entspricht die Provenienz der Behörde bzw. der Amtsstelle.
  • Provenienzsignaturen sind Signaturen, welche das Archivgut in der Verwaltung bzw. in der Herkunftsstelle hatte.
  • Archivgut kann schützenswerte Daten enthalten. Die Schutzfrist bezeichnet die Zeitdauer, während der das Archivgut nicht öffentlich einsehbar ist. Jede Verzeichnungseinheit hat eine Schutzfrist, ausser wenn das entsprechende Archivgut immer öffentlich war (z.B. Amtsblatt). Die allgemeine Schutzfrist beträgt 30 Jahre, besonders schützenswerte Personendaten unterliegen einer verlängerten Schutzfrist von 100 Jahren. Für wissenschaftliche Zwecke ist die Benützung noch geschützter Dokumente unter bestimmten Bedingungen möglich.
  • Signaturen sind eindeutige "Kennziffern" von Verzeichnungseinheiten, mit denen diese zitiert werden können.
  • Verzeichnungseinheiten sind die einzelnen suchbaren Einträge in der Datenbank. Eine Verzeichnungseinheit beschreibt einen zusammengehörenden Teil des Archivguts, z.B. ein Geschäftsdossier. Die Verzeichnungseinheiten sind in den Verzeichnungsstufen hierarchisch geordnet.

Kontakt

Staatsarchiv

Informationen zum Amt

Staatsarchiv: Archivbestände

  Staatsarchiv > 1. Benutzung, Recherche > 1.1 Archivbestände   Das Staatsarchiv bewahrt eine Überlieferung auf, die bis ins frühe 13. Jahrhundert zurückreicht. Die älteste Urkund…

 

Staatsarchiv > 1. Benutzung, Recherche > 1.1 Archivbestände

 

Grafische Best?nde?bersicht

Das Staatsarchiv bewahrt eine Überlieferung auf, die bis ins frühe 13. Jahrhundert zurückreicht. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1218 und regelt die Aufteilung des Zehnten der Kirche Stans zwischen dem Pfarrer und dem Kloster Engelberg.

Findmittel

Als Findmittel dient die Archivdatenbank, die laufend erweitert und nachgeführt wird. In der Datenbank ist alles Archivgut öffentlich ersichtlich, dessen Schutzfrist abgelaufen ist.

Bestände und Gliederung

Die Bestände des Staatsarchivs umfassen einerseits das historische Archivgut des Kantons und die Akten der modernen Kantonsverwaltung, andererseits Privatarchive und archivische Sammlungen. Einen dritten Teil bilden Depotbestände öffentlicher Archive im Kanton (Gemeinden, selbständige Anstalten).

Die Archivbestände aus der Kantonsverwaltung dokumentieren das staatliche Handeln. Dazu sind die Amtsstellen verpflichtet, ihre Akten dem Staatsarchiv zur Archivierung anzubieten. Privatarchive ergänzen die staatlichen Bestände. Das Staatsarchiv sammelt diese als Archivdepots oder als Schenkungen. Die archivischen Sammlungen ergänzen die Sammlungstätigkeit des Staatsarchivs.

 

Der Gesamtbestand ist nach Archivträgern in verschiedene Abteilungen gegliedert.

  Hauptarchiv: Staatliche Ablieferungen
A Kantonale Amtsbuchserien (ca. 1510 bis 2010)
C Altes staatliches Archiv (1208 bis 1878)
D Staatliche Bestände (1878 bis 2010)
M Bestände nicht selbständiger öffentlich-rechtlicher Institutionen (1810 bis 2010)
E Staatliche Provenienzbestände (ab 2011)
  Nebenarchiv 1: Sammlungen und Privatarchive
O Archivische Sammlungen (ab ca. 1500)
P Privatarchive (ab ca. 1450)
  Nebenarchiv 2: Bestände öffentlich-rechtlicher Körperschaften
S Bestände öffentlich-rechtlicher Körperschaften (ab 1323)

 

Hauptarchiv: Staatliche Bestände

  • Abteilung A enthält Amtsbücher und Protokollbände kantonaler Behörden und Amtsstellen bis ins Jahr 2010. Insbesondere für die Zeit vor 1880 lassen sich oft nur in den Amtsbüchern Quellenbelege finden. Die Abteilung ist nach der Herkunft der Amtsbücher geordnet.
  • Abteilung C enthält hauptsächlich Dokumente aus dem alten Pertinenzarchiv. Dies sind zumeist Akten kantonaler Behörden und Ämter vor 1878, in einzelnen Fällen auch aus späterer Zeit.
  • Abteilung D enthält Dokumente aus der kantonalen Verwaltung von 1879 bis 2010. Die Akten sind nicht durchgängig nach ihrer Provenienz geordnet.
  • Abteilung M enthält Dokumente bis 2010 aus Institutionen und von Personen, die staatliche Funktionen erfüllten (z. B. Friedensrichter) oder in staatlichem Auftrag handelten (z. B. Vermessungsingenieur). Dokumente ab Jahrgang 2011 befinden sich in Abteilung E. Die Abteilung ist nach Provenienzen geordnet.
  • Abteilung E enthält sämtliche Dokumente (Protokollserien, Dossiers, Publikationen) aus der kantonalen Verwaltung ab 2011. Das Archivgut ist nach Provenienzen geordnet. Jede Verwaltungsstelle bildet einen eigenen Bestand.

 

Nebenarchiv 1: Sammlungen und Privatarchive

  • Abteilung O enthält die archivischen Sammlungen im Besitz des Kantons. Diese umfassen Hand- und Druckschriften, Karten und Pläne, Bilder und Fotografien, Filme und Tonaufnahmen sowie Siegel und Wappen. Die Sammlungen sind nach formellen Aspekten geordnet.
  • Abteilung P enthält nicht-staatliche Archive von Privaten (Vereins-, Firmen-, Wirtschafts- und Familienarchive, Nachlässe). Die Privatarchive befinden sich zum Teil in Privatbesitz, weshalb unter Umständen Benutzungsbeschränkungen existieren. Die Abteilung ist nach der Herkunft der Privatarchive geordnet.

 

Nebenarchiv 2: Bestände öffentlich-rechtlicher Körperschaften

  • Die Abteilungen SA bis SF enthalten Bestände öffentlich-rechtlicher Körperschaften, welche das Staatsarchiv in deren Auftrag führt oder welche das Staatsarchiv – bei aufgelösten Körperschaften – übernommen hat. Darunter fallen Gemeinden (politische, Schul-, Kirchgemeinden), Gemeindezweckverbände, selbstständige kantonale Anstalten, die Landeskirchen sowie Korporationen. Die Abteilung ist nach Körperschaften geordnet.

Staatsarchiv: Benutzung, Recherche

  Staatsarchiv > 1. Benutzung, Recherche Im Staatsarchiv haben Sie Zugang zu den Archivbeständen, deren Schutzfrist abgelaufen ist, sowie zu einer Fachbibliothek mit Literatur zur Nidwaldner und…

 

Staatsarchiv > 1. Benutzung, Recherche

Im Staatsarchiv haben Sie Zugang zu den Archivbeständen, deren Schutzfrist abgelaufen ist, sowie zu einer Fachbibliothek mit Literatur zur Nidwaldner und zur Schweizer Geschichte.

 

Empfang, Lesesaal

Für Recherchen steht ein Lesesaal zur Verfügung, der während der Öffnungszeiten frei zugänglich ist. Bitte melden Sie sich beim ersten Besuch am Empfang an und füllen Sie die Benutzerkarte aus. Der Lesesaal ist mit einem WLAN ausgestattet.

Recherche

Zur Suche dienen die beiden Online-Verzeichnisse des Staatsarchivs über die Archivbestände und über die Fachbibliothek sowie Verbundportale.

 

Die Verzeichnisse werden laufend erweitert und nachgeführt. Im Archivverzeichnis ist alles Archivgut ersichtlich, dessen Schutzfrist abgelaufen ist. Der Bibliothekskatalog enthält sämtliche Titel der Fachbibliothek.

Gerne führen wir Sie in die Findmittel ein und geben Hinweise für die Suche nach Literatur und Quellen. Die eigentliche Recherche können wir aber nicht übernehmen.

 

Bestellen von Archivgut

Erst wenige Bestände sind digitalisiert und online verfügbar. Haben Sie im Verzeichnis Archivgut gefunden, das Sie im Lesesaal einsehen wollen, bestellen Sie es bitte mit den Signaturen beim Archivpersonal.

Schutzfristen

Archivgut kann schützenswerte Daten enthalten. Nichtöffentliche Dokumente unterliegen einer Schutzfrist von 30 Jahren, besonders schützenswerte Personendaten unterliegen einer verlängerten Schutzfrist von 100 Jahren. Für wissenschaftliche Zwecke ist die Benützung noch geschützter Dokumente unter bestimmten Bedingungen möglich. Richten Sie entsprechende Gesuche an das Staatsarchiv.

 

Umgang mit Archivgut, Kopien

Archivalien sind Einzelstücke und müssen sorgfältig behandelt werden. Aus konservatorischen Gründen kann die Benutzung beschädigter Archivalien eingeschränkt sein. Das Archivpersonal informiert Sie über allfällige Einschränkungen. Fotokopien, Fotografien und Repros von Archivgut sind grundsätzlich nur möglich, wenn sie hergestellt werden können ohne die Originale zu gefährden.

Kosten

Die Einsicht in Archivgut und eine einfache Beratung sind kostenlos. Umfangreichere Beratungen und Nachforschungen durch das Archivpersonal sind kostenpflichtig und können nur ausnahmsweise gemacht werden. Kopien und Scans sind kostenpflichtig.

Name Leitung Telefon
Staatskanzlei Murer Hugo