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Nacherschliessung

 

Staatsarchiv > 3. Records Management, Archivierung > 3.5. Nacherschliessung

Damit Archivdokumente überhaupt gefunden und benutzt werden können, müssen sie zuerst geordnet und verzeichnet sein. Diese Arbeiten werden unter dem Begriff "Erschliessung" zusammengefasst. Erschliessung ist zwar eine "unsichtbare" aber gleichzeitig die zentrale und grundlegende Dienstleistung von Archiven - ohne Erschliessung sind Archive nicht benutzbar, der gesetzliche Auftrag ist nicht erfüllt.

Erschliessungslücken im Staatsarchiv

Die Erschliessung kann je nach Alter und Vorordnung der Dokumente sehr aufwändig sein. Je älter die Dokumente und je chaotischer die Vorordnung, desto mehr Zeit benötigt die Erschliessung. Zudem hatte die Erschliessung lange nicht den gebührenden Stellenwert in der Archivarbeit.

Beides führte zu einem Erschliessungsrückstand im Staatsarchiv. Ablieferungen und zum Teil ältere, historische Bestände konnten in Anbetracht der Ressourcen nicht bearbeitet werden. In der Folge waren Bestände im Umfang von rund 900 Laufmetern nicht benutzbar, darunter historische Bestände von geschätzten 300 Laufmetern, deren Inhalt praktisch unbekannt war. Überlieferungsverluste, auch bei historischen Dokumenten, drohten.

Massnahmen zur Nacherschliessung

Das Staatsarchiv ergriff ab 2009 Massnahmen mit dem Ziel, die Erschliessungslücken aufzuarbeiten, das unerschlossene Archivgut zu bewerten und benutzbar zu machen. Die wichtigsten Massnahmen waren:

  • Bestandsaufnahme und Priorisierung der Nacherschliessungsarbeiten
  • Einführung von Erschliessungsrichtlinien auf der Grundlage anerkannter Fachstandards
  • Aufbau einer neuen Archivstruktur (Fachbibliothek, staatliche Bestände, Privatarchive, Sammlungen)
  • Erster, grober Aufbau der Sammlungsbestände
  • Zusammenfassung aller Findmittel im Online-Archivverzeichnis ("Single Point of Access")
  • Bewertung und Nacherschliessung moderner Akzessionen (Projekt Nacherschliessung 1)

 

Projekt Nacherschliessung 1 (2011-2017)

Die umfangreichste dieser Massnahmen war ein erstes Projekt zur Bewertung und Nacherschliessung des Zwischenarchivs. Das Zwischenarchiv enthielt hauptsächlich neuere Verwaltungsablieferungen aus den letzten rund 30 Jahren, die nicht erschlossen worden waren. In dem 2011 begonnenen und 2017 abgeschlossenen Projekt wurden rund 350 Laufmeter hauptsächlich moderner Verwaltungsakten nacherschlossen und benutzbar gemacht.

Projekt Nacherschliessung 2 (2020-2024)

Im Herbst 2019 bewilligte der Nidwaldner Landrat die Mittel für ein zweites Nacherschliessungsprojekt. In dem bis 2024 dauernden Projekt werden weitere rund 500 Laufmeter Archivgut bewertet und erschlossen. Dieses Archivgut umfasst zu einem beträchtlichen Teil historische Dokumente aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, deren Inhalt praktisch unbekannt oder nur summarisch bekannt ist. Das Nacherschliessungsprojekt 2 verspricht, viele wertvolle, bisher unbekannte Dokumente zur Geschichte Nidwaldens ans Licht zu bringen.

Über das Projekt Nacherschliessung 2 und über neu entdeckte "Fundstücke" wird regelmässig berichtet:

 

Abschluss der Nacherschliessung

Nach dem laufenden Projekt "Nacherschliessung 2" werden die Arbeiten durch ein weiteres Nacherschliessungsprojekt abgeschlossen werden müssen. Diese "Nacherschliessung 3" wird die Nachbewertung und Nacherschliessung der älteren und ungenügenden Erschliessungsarbeiten, der Privatarchive und der Sammlungen beinhalten.

Zugehörige Objekte