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Kanton Nidwalden erwartet für 2027 ein leichtes Minus
Bei einem betrieblichen Gesamtaufwand von knapp 514 Millionen Franken (2025: 485 Mio. Franken) rechnet der Kanton Nidwalden im Budget 2027 mit einem operativen Minus von 4.2 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahresbudget entspricht dies einer geringen Verschlechterung um 2.7 Millionen Franken.
Die Fiskalerträge werden sich voraussichtlich weiterhin erfreulich entwickeln. Gleichzeitig führt die vom Stimmvolk am 14. Juni 2026 angenommene Teilrevision des Steuergesetzes im kommenden Jahr zu Mindereinnahmen von gegen 7.0 Mio. Franken. Mit der Revision werden unter anderem die Abzüge für Kinder- und Fremdbetreuungskosten erhöht und die Einkommensteuertarife gesenkt. Auf der Aufwandseite fallen insbesondere die höheren Kosten für Spitäler und Heime sowie die stetig steigenden Zahlungen in den Nationalen Finanzausgleich ins Gewicht.
Wesentliche Veränderungen im Budget 2027 gegenüber 2026 (in CHF Mio.):
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Spitäler, Pflege, Heime, Ergänzungsleistungen |
-14.4 |
-14% |
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Mehraufwand |
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Finanzausgleich NFA |
-3.8 |
-8% |
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Mehraufwand |
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Gewinnausschüttung Schweizerische Nationalbank |
+3.3 |
50% |
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Mehrertrag |
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Steuerertrag Juristische Personen |
+7.7 |
28% |
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Mehrertrag |
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Steuerertrag Natürliche Personen |
+17.6 |
10% |
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Mehrertrag |
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Auswirkungen Steuergesetzrevision 2026 |
-7.0 |
-4% |
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Minderertrag |
Ende 2027 wird mit einem Eigenkapital von rund 405 Mio. Franken gerechnet (2025: 391 Mio. Franken). Das Nettovermögen beträgt voraussichtlich 4'202 Franken pro Einwohnerin und Einwohner (2025: 4'462 Franken).
Die Nettoinvestitionen steigen im Budget 2027 auf 38.6 Mio. Franken. Die grösste Position ist mit 8.0 Mio. Franken der Bau der Dreifachsporthalle an der Mittel-schule, weitere 4.2 Mio. Franken sind für das laufende Hochwasserschutzprojekt am Buoholzbach vorgesehen.
Für 2026 werden gemäss Hochrechnung Nettoinvestitionen von 19.6 Mio. Franken erwartet. Damit dürften sie rund einen Viertel unter dem budgetierten Wert liegen. Ein Abschluss über Budget dürfte dagegen beim operativen Ergebnis für das laufende Jahr eintreffen. Laut Hochrechnung ist von einem Plus von rund 15 Mio. Franken auszugehen. Dies würde eine Verbesserung um rund 17 Mio. bedeuten. Ein positives Bild zeichnet sich vor allem bei den Steuererträgen (+16 Mio.) und der Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (+6.8 Mio.) ab. Auf der Aufwandseite werden bei den Spitälern und Heimen um 9.4 Mio. Franken höhere Kosten erwartet.
Globalkredit für Personallöhne wird eingeführt
Mit dem Budget 2027 kommt erstmals der Globalkredit für die Personallöhne der Jahre 2027 bis 2029 zur Anwendung. Der Landrat legt dafür einen Basisbetrag fest und bestimmt, wie stark sich die Lohnsumme während dieser Zeitspanne jährlich verändern darf. Dadurch erhält der Regierungsrat mehr Handlungsfreiheit bei der Personalplanung, muss aber den vorgegebenen finanziellen Rahmen einhalten. Separate Beratungen über einzelne Leistungsaufträge oder Marktanpassungen bei den Löhnen entfallen. Der Landrat hat der entsprechenden Vorlage im Februar dieses Jahres zugestimmt.
Für das Personal der kantonalen Verwaltung beantragt der Regierungsrat eine Kostenveränderungsquote von 3.96 Prozent. Für das Personal der Gerichte, der Schlichtungsbehörde und der Staatsanwaltschaft beträgt sie 3.91 Prozent. Die Kostenveränderungsquote legt fest, um wie viel sich die Lohnsumme im Durchschnitt pro Jahr verändern darf. Neben arbeitsmarktlichen Entwicklungen bildet der erhobene Stellenbedarf Grundlage für die Kostenveränderungsquote. «Diese Quoten mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen. Doch diese braucht es, damit der Kanton seine wachsenden Aufgaben auch künftig zuverlässig und den Erwartungen entsprechend erfüllen kann», erklärt Finanzdirektorin Michèle Blöchliger. Die Höhe des Teuerungsausgleichs wird vom Landrat jährlich festgelegt.
Finanzielle Aussichten
In den Finanzplänen 2028 und 2029 rechnet der Kanton Nidwalden mit negativen operativen Ergebnissen in der Höhe von 13.0 respektive 18.5 Mio. Franken. Die betrieblichen Erträge können nicht mit dem Wachstum auf der Aufwandseite mithalten. Gegenüber dem Budget 2027 steigen im Finanzplan 2028 insbesondere die Personalkosten (+5.2 Mio.) sowie die Beiträge und Zahlungen des Kantons. Mehr Ausgaben werden beim NFA (+3.5 Mio.), bei den Prämienverbilligungen (+4.3 Mio.) sowie für Spitäler und Heime (+3.2 Mio.) erwartet. Für 2029 sind gegenüber 2028 höhere Abschreibungen (+4.0 Mio.) vorgesehen.
Bei den prognostizierten Nettoinvestitionen von 77.5 Mio. Franken im Jahr 2028 und 69.5 Mio. Franken im Jahr 2029 fallen Darlehen für neue Betten in den Pflegeheimen sowie Ausgaben für die Kantonsstrassen, die Dreifachsporthalle an der Mittelschule, die Modernisierung des Landratssaals, die Sicherstellung der Infrastruktur fürs Asylwesen und der potenzielle Kauf des heutigen EWN-Areals ins Gewicht. Aufgrund des Neubaus des EWN hat der Kanton sein Interesse angemeldet.
«Die finanzielle Entwicklung wird anspruchsvoller. Dank der guten Ergebnisse der vergangenen Jahre verfügt der Kanton über ein sehr solides Eigenkapital und damit über eine gute Ausgangslage für die Zukunft. Zudem sind die Finanzplanjahre naturgemäss mit planerischen Unsicherheiten verbunden», erklärt Michèle Blöchliger. Dennoch blickt die Finanzdirektorin mit Besorgnis auf das zunehmende Ausgabenwachstum: «Vor allem die Entwicklung bei den Gesundheitskosten und beim nationalen Finanzausgleich beeinflussen das Ergebnis stark. Es sind zusätzlich Anstrengungen notwendig, um hier eine Kurskorrektur zu vollziehen.»