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Arealentwicklung Kreuzstrasse in Stans


Der Kanton Nidwalden beabsichtigt, auf dem Areal an der Kreuzstrasse in Stans ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum zu realisieren. Das 33'000 m2 grosse Areal ist heute zwar flächendeckend überbaut, aber stellenweise unternutzt und teils fremdvermietet. Zudem weisen viele der bestehenden Bauten auf der grössten zusammenhängenden Landfläche, die sich im Besitz des Kantons befindet, erheblichen Erneuerungsbedarf auf.  So müssen zum Beispiel das Gebäude der Kantonspolizei und das Gefängnis zeitnah erneuert beziehungsweise saniert und erdbebensicher gemacht werden. Betriebliche und funktionale Mängel wie die nicht vorhandene Trennung zwischen öffentlichen Zugängen und Personaleingängen oder fehlende Fluchtwege kommen erschwerend hinzu.

Luftbild Areal Kreuzstrasse
Um dieses Areal bei der Kreuzstrasse in Stans geht es (nicht gräulich eingefärbter Teil). 

 

Der Regierungsrat hat 2016 eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten lassen, die das Potential der künftigen Nutzungsmöglichkeiten untersuchte. Verschiedene Szenarien von der sanften Sanierung über die Erweiterung der bestehenden Gebäude bis hin zu einer kompletten Neuanordnung der Bauten sind genauer unter die Lupe genommen worden. Für die Gebäude an der Kreuzstrasse bis 2035 Investitionskosten für Erhalt, Teilerneuerung oder Ersatzneubauten von rund 39 Millionen Franken anfallen.

Der Regierungsrat hat auf der Basis dieser breiten Untersuchung entschieden, dass ein komplett neuer Aufbau des Areals mit entsprechenden Neubauten die nachhaltigste, wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung darstellt. Es handelt es sich dabei um Ersatzbauten von Gebäuden, die dannzumal über 50 Jahre alt sein werden. Aufgrund der geografisch und verkehrstechnisch zentralen Lage soll im Verlauf der Planung geprüft werden, ob weitere Blaulichtorganisationen ihren Standort an die Kreuzstrasse verlegen. Zudem soll untersucht werden, ob Platz geschaffen werden kann für zusätzliche Amtsstellen, die heute in Fremdliegenschaften eingemietet sind. Auf dem Areal selbst sind aktuell neben Polizei, Gefängnis und Verkehrssicherheitszentrum auch das Strasseninspektorat, das Amt für Justiz und die Staatsanwaltschaft angesiedelt.

Für eine Testplanungsphase mit drei verschiedenen Architektenteams hat der Landrat im Dezember 2018 einen Kredit von 695'000 Franken bewilligt. Das Auswahlverfahren mit lokalen, regionalen und nationalen Architekturbüros wurde im Juli 2019 abgeschlossen. Auserkoren worden sind ein Luzerner und zwei Zürcher Planerteams. Mit der Testplanung werden die definierten Bedürfnisse der Direktionen und Ämter auf dem Areal verortet und verräumlicht und münden letztlich in verschiedenen Bebauungs-Szenarien. Neben einer baulichen Analyse wird gleichzeitig den Themen Mobilität, Freiraumgestaltung, Energie und Wirtschaftlichkeit grosse Beachtung geschenkt. Um den Dialog zwischen den Planerteams und den heutigen und zukünftigen Nutzern des Areals sicherzustellen, werden über die gesamte Dauer des Testplanungsverfahrens Workshop-Veranstaltungen durchgeführt. Der Kick-off-Anlass mit den eingeladenen Architektenbüros findet im September 2019 statt. Der Regierungsrat geht davon aus, dass die Phase der Testplanung rund ein Jahr in Anspruch nehmen wird.

Gemäss heutigem Stand ist geplant, in einer nochmals gegen 9 Monate dauernden Vertiefungsphase offene Punkte aus der Testplanung abzuarbeiten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in die weitere Planung einfliessen zu lassen. Auf Basis des favorisierten Szenarios soll in den Jahren 2021/2022 ein Bebauungsplan über das ganze Areal erstellt werden. Die nächsten Schritte in der weiteren Terminologie wären: Planungskredit, konkrete Planung, Objektkredit und schliesslich der Bau, sollte das Projekt alle Bewilligungs- und Abstimmungshürden im politischen Prozess nehmen. Derzeit gehen Schätzungen von einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 80 Millionen Franken aus. Damit würde es sich um das grösste je vom Kanton realisierte Bauvorhaben handeln. Die Prognose ist allerdings noch sehr vage und daher mit Vorsicht zu geniessen. Ebenfalls ist noch offen, in wie vielen und wie umfangreichen Etappen der Bau erfolgen würde.

Zeitplan
So präsentiert sich der Zeitplan. Die drei Planerteams nehmen im September 2019 ihre Arbeit auf (Stand: Juli 2019).

 

Neben dem Regierungsrat als strategisches Steuerungsgremium kommt dem Projektteam mit Entscheidungsträgern aus Verwaltungseinheiten, die das Areal heute bereits nutzen, eine entscheidende Rolle zu. Unterstützt durch die Firma Imhof Odinga AG leitet das Projektteam das operative Verfahren. Ein breit abgestütztes Beurteilungsgremium mit Vertretern aus verschiedensten Fachbereichen gibt Beurteilungen und Empfehlungen zu Handen des Steuerungsgremiums ab. Daneben fliesst die Meinung eines Begleitgremiums in die Beurteilung ein. Diesem gehören nebst Vertretern der auf dem Areal angesiedelten Ämtern und Organisationen auch solche der drei Gemeinden Stans, Buochs und Oberdorf an, auf deren Boden sich die Liegenschaft befindet. Das Gremium hilft überdies mit, die interne und externe Kommunikation sicherzustellen.

Selbstverständlich wird sich auch die Bevölkerung zum gegebenen Zeitpunkt zum Projekt äussern können, sei dies an Informationsveranstaltungen, im Rahmen von öffentlichen Mitwirkungen bei den entsprechenden Bewilligungsverfahren oder an Gemeindeversammlungen und/oder Urnenabstimmungen. Das gewählte Vorgehen sichert sowohl den involvierten Akteuren auf dem Kreuzstrassenareal, als auch dem Landrat und den Stimmbürgern eine umfangreiche Mitbestimmung zu.

(Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2019)