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Oberflächengewässer

Im Kanton Nidwalden fliessen zahlreiche Bäche und Flüsse. Neben dem Vierwaldstättersee befinden sich auch noch kleinere natürliche Seen sowie Stauseen auf dem Kantonsgebiet. Sie strukturieren die Landschaft und bilden einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Neben Verschmutzungen und Verbauungen können auch Veränderungen des Wasserhaushalts (Wasserkraftnutzung, Entwässerung) den Zustand der Gewässer negativ beeinflussen.

Themenbezogene Links
Bundesamt für Umwelt (BAFU) – Thema Gewässerschutz 

Gesetzliche Grundlagen

• Bundesgesetz über die Fischerei (BGF)
• Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (GSchG)
• Gewässerschutzverordnung des Bundes (GSchV)
• Kantonales Gesetz über die Gewässer (GewG)
• Kantonale Verordnung zum Gewässergesetz (GewV)
• Kantonales Gesetz über die Rechte am Wasser (Wasserrechtsgesetz; WRG)
• Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF)
• Vollziehungsverordnung zum Gesetz über die Rechte am Wasser (Wasserrechtsverordnung; WRV)

Gewässer - Benützung von Seegebiet

Konzessionspflichtige und konzessionsfreie Nutzungen im Seegebiet Die Benützung von Seegebiet für Hafenanlagen, einzelne Schiffsplätze, Bootshäuser, Badeflosse, Bojen wie auch Stege, Treppen, Pfähle,…

Konzessionspflichtige und konzessionsfreie Nutzungen im Seegebiet
Die Benützung von Seegebiet für Hafenanlagen, einzelne Schiffsplätze, Bootshäuser, Badeflosse, Bojen wie auch Stege, Treppen, Pfähle, Uferschutzmauern, Stützmauern und dergleichen bedarf einer Konzession (Art. 100 GewG). Zum See als öffentliches Gewässer gehören auch angrenzende künstlich geschaffene Wasserflächen sowie unverbaute Strandböden über öffentlichem Grund (§ 1 GewV).

Konzessionsfrei sind Kleinstanlagen wie Badetreppen und dergleichen, die dem Seezugang dienen und weniger als 1 m2 Seegebiet beanspruchen (Art. 98 GewG).

Konzessionsbehörde ist die Landwirtschafts- und Umweltdirektion - ausgenommen davon sind die Konzessionen des Regierungsrates für Hafenanlagen mit mehr als 10 Schiffsstandplätzen (§ 25 und 26 GewV).

Verfahren
Das Gesuch ist bei der Standortgemeinde einzureichen.

Der Ablauf des Verfahrens ist insbesondere davon abhängig, ob für die Gewässernutzung baubewilligungspflichtige Bauten oder Anlagen erstellt oder geändert werden müssen oder keine solchen nötig sind bzw. diese bereits bestehen. Das Verfahren für den ersten Fall, welcher insbesondere bei Neuanlagen zum Tragen kommt, ist hier dargestellt. Für Nutzungen, bei denen keine Anlagen erstellt oder geändert werden (insbesondere Erneuerung von Konzessionen ohne Änderungen an den Nutzungsanlagen), ist hier ersichtlich.

Nutzungsanlagen über öffentlichem und privatem Grund
Die Konzessionspflicht für die Benützung von Seegebiet ist unabhängig davon, ob die Nutzung über öffentlichem oder privatem Grund stattfindet. Das Eigentum am Seeboden ist aber für die Zulässigkeit von Nutzungen entscheidend.

Im Seegebiet über öffentlichem Grund sind im Grundsatz nur Nutzungen im öffentlichen Interesse zulässig (Art. 101 GewG). Ausgenommen davon sind (§ 33 GewV):

  • Sanierung von Ufermauern: Erneuerungen bestehender Seeuferbefestigungen sind unter Berücksichtigung des vorhandenen Aufwertungspotenzials möglichst naturnah auszuführen (Art. 28 GewG). Sofern dies nicht möglich ist, dürfen bestehende Ufermauern mit Fundamenten gesichert werden, die öffentlichen Grund beanspruchen. Die Befestigungen sollen möglichst wenig Seegrund, jedoch maximal die Breite von 1 m beanspruchen. Die Oberkante darf die Kote von 433.20 m ü. M. nicht überschreiten.
  • Badetreppen oder Stege: Anlagen wie uferparallele Badetreppen oder Stege sind grundsätzlich möglichst über privatem Grund zu erstellen. Falls dies nicht möglich ist, darf für solche Anlagen pro Parzelle mit Seeanstoss maximal 10 m2 öffentlicher Seegrund beansprucht werden.
  • Nicht erschlossene Grundstücke: Sind Grundstücke ausschliesslich vom See her erschlossen, können ausnahmsweise grössere Steganlagen erstellt werden, sofern keine öffentlichen Interessen dagegensprechen.

Vorzugsrecht
Dem Kanton und der Standortgemeinde steht ein Vorzugsrecht zur Nutzung von öffentlichen Gewässern zu. Sie können das Vorzugsrecht auch für ihre selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalten geltend machen (Art. 104 GewG).

Projektierungsbewilligung für Hafenanlagen
Für Hafenanlagen mit mehr als 10 Schiffsstandplätzen ist vor den Abklärungen für das Konzessionsgesuch bei der Landwirtschafts- und Umweltdirektion ein Gesuch um Projektierungsbewilligung einzureichen (Art. 107 GewG, § 28 GewV). Diese berechtigt den Inhaber, die bewilligten Messungen, Sondierungen sowie übrigen Untersuchungen vorzunehmen. Das Verfahren ist hier abgebildet.

Themenbezogene Links

Wasserrechtliche Begriffe

Gewässer - Restwasser

Wasserkraftnutzung zur Energiegewinnung und deren Auswirkungen auf die Gewässer Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer …

Wasserkraftnutzung zur Energiegewinnung und deren Auswirkungen auf die Gewässer
Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler Energie. Es bestehen mehr als 20 Wasserfassungen an Fliessgewässern bzw. Stauseen oder Ausgleichsbecken zur Produktion von elektrischer Energie.
Damit die Wasserkraft aber umfassend umweltfreundlich ist, müssen die grundsätzlichen Gewässerfunktionen erhalten bleiben. Eine angemessene Restwassermenge im Fluss- oder Bachbett ist eine Voraussetzung dafür. Wird den Bächen und Flüssen das Wasser gänzlich entzogen, fallen sie auf weiten Strecken trocken oder führen nur eine unzureichende Wassermenge. Erst durch neuerliche Wasserzutritte aus dem Einzugsgebiet (Oberflächenabfluss, Quellzutritte, Einmündungen anderer Bäche, Grundwasseraufstösse) unterhalb der Entnahmestelle kann sich langsam wieder ein Abfluss bilden. Der Gewässerlebensraum, die Ufervegetation, angrenzende Auengebiete, das Landschaftsbild sowie die wichtige Funktion der Grundwasserneubildung werden von der Wasserführung im Bach oder Fluss geprägt oder sind direkt von ihr abhängig.

Sicherung angemessener Restwassermengen bei neuen Anlagen bzw. Neukonzessionierungen
Das eidgenössischen Gewässerschutzgesetz (Art. 29 ff GSchG) bestimmt, dass bei Wasserentnahmen die Sicherstellung einer bestimmten Restwassermenge in der Strecke zwischen der Wasserentnahme und der Wasserrückgabe, gewährleistet sein muss.
Zur Ermittlung der Mindestrestwassermenge nach Art. 31 GSchG dient die Abflusskenngrösse Q347. Das ist jene Abflussmenge, die, gemittelt über zehn Jahre, durchschnittlich während 347 Tagen des Jahres erreicht oder überschritten wird und die durch Stauung, Entnahme oder Zuleitung von Wasser nicht wesentlich beeinflusst ist.
Die Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde sind in der Wegleitung des Bundes dargestellt und erläutert.

Restwassersanierung
Bei bestehenden Nutzungen ist die Umsetzung der Restwasserbestimmungen erst bei einer Neukonzessionierung möglich. Als Übergangsregelung wird in den Art. 80 ff GSchG die Sanierung dieser Anlagen bis Ende 2012 vorgeschrieben. Weitere Details zum Vorgehen sind in der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung enthalten (Art. 36 ff GSchV).
Basierend auf dem Inventar der Wasserentnahmen ist der Kanton verpflichtet, für die Wassernutzungsrechte ohne bestehende Verpflichtung zur Restwasserdotierung, einen Sanierungsbericht zu erstellen. Darin ist aufzuzeigen, welche Entnahmen einen wesentlichen Einfluss auf die Gewässer ausüben und somit sanierungspflichtig sind sowie in welchem Ausmass dies nötig und möglich ist. Der Bericht dient als Basis für die Festlegung der Sanierungsmassnahmen an den einzelnen Wasserfassungen.

Der Sanierungsbericht für die Wasserfassungen im Engelbergertal (Kanton Nidwalden und Gemeinde Engelberg) wurde im Januar 2011 fertiggestellt. Die ausgearbeiteten Sanierungsmassnahmen wurden 2012 verfügt und sind seit 1. Januar 2013 umgesetzt.
Der Sanierungsbericht für die Wasserfassung des Kraftwerks Rotzloch am Melbach wurde am 30. März 2012 im Zusammenhang mit der Erneuerung des Kraftwerks erstellt. Die ausgearbeiteten Sanierungsmassnahmen sind Anfang 2013 verfügt.
Die Sanierung der Fassungen am Lielibach und Mühlebach des Gemeindewerks Beckenried ist noch aussstehend.

Gesuche für neue Wasserkraftnutzungen
Für eine beabsichtigte Wasserkraftnutzung ist beim Amt für Wald und Energie/Energiefachstelle ein Projektierungsgesuch einzureichen. Nach den erforderlichen Abklärungen (v.a. Restwasser und Umweltauswirkungen) bedarf die Nutzung von öffentlichen Gewässern einer Verleihung des Regierungsrates.

Thembezogene Links

Restwasser, Bundesamt für Umwelt (BAFU)


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

Restwassersanierung nach Art. 80 Abs. 1 GSchG 1997, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Restwassersanierung nach Art. 80 Abs. 2 GSchG 2000, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Bestimmung angemessener Restwassermengen 2000, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

 

Gewässer - Sanierung Wasserkraft

Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler …

Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung

Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler Energie. Damit die Wasserkraft aber umfassend umweltfreundlich ist, müssen die wichtigsten Gewässerfunktionen erhalten bleiben. Neben der Gewährleistung einer angemessenen Restwassermenge im Flussbett sind seit dem Inkrafttreten des 2011 revidierten Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer neu auch wesentliche Lebensraumbeeinträchtigungen durch Schwall und Sunk, einen veränderten Geschiebehaushalt sowie Durchgängigkeitsstörungen in den Gewässern sanierungspflichtig.
Die Kantone mussten bis Ende 2014 zu diesen Beeinträchtigungen strategische Planungen erarbeiten und beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einreichen. Der Inhalt der beschlossenen Planungen ist in der Gewässerschutzverordnung sowie in der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei definiert. Es sind jene Anlagen aufzulisten, für welche deren Inhaber Massnahmen zur Beseitigung von wesentlichen Beeinträchtigungen der einheimischen Tiere und Pflanzen sowie von deren Lebensräumen durch Schwall und Sunk sowie bei einem veränderten Geschiebehaushalt auch des Grundwasserhaushaltes oder des Hochwasserschutzes treffen müssen. Die Planung zur Sanierung der Fischdurchgängigkeit nennt jene Wasserkraftwerke, deren Inhaber Massnahmen nach Art. 10 BGF treffen müssen.
Für alle Bereiche sind die zu treffenden Sanierungsmassnahmen und die Fristen, innert welcher die Massnahmen geplant und umgesetzt werden müssen, festgelegt. Im Weiteren enthalten die Planungen Angaben darüber, wie die Sanierungsmassnahmen im Einzugsgebiet des betroffenen Gewässers aufeinander sowie mit anderen Massnahmen zum Schutz der natürlichen Lebensräume und zum Schutz vor Hochwasser aufeinander abgestimmt worden sind.
Die strategischen Planungen wurden am 16. Dezember 2014 vom Regierungsrat Nidwalden genehmigt und fristgerecht beim BAFU eingereicht.

A) Schwall und Sunk
Unter Schwall und Sunk sind künstlich erzeugte Abflussschwankungen in einem Fliessgewässer zu verstehen. Sie entstehen bei Speicherkraftwerken, die vorwiegend zur Erzeugung von Spitzenstrom Wasser zu den wirtschaftlich einträglichsten Zeiten turbinieren.
In Nidwalden erzeugen drei Kraftwerkszentralen Schwall und Sunk - die Kraftwerke Oberrickenbach, Wolfenschiessen und Dallenwil. Die Rückgaben erfolgen einerseits in den Secklisbach, andererseits in die Engelberger Aa.
Die Abklärungen im Rahmen der strategischen Planung zeigen, dass alle drei Anlagen wesentliche Beeinträchtigungen der einheimischen Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume verursachen und demnach eine Sanierungspflicht gegeben ist. In beiden Gewässern liegt ein sehr starker Beeinträchtigungsgrad bei gleichzeitig grossem ökologischem Potenzial vor.
Die strategische Planung erfolgte unter Federführung des Amtes für Umwelt.

B) Fischdurchgängigkeit
Im Rahmen der strategischen Planung zur Fischdurchgängigkeit müssen alle Wanderungshindernisse hervorgerufen durch die Wasserkraftnutzung in den Fliessgewässern erhoben und beurteilt werden. Dabei ist auch die generelle Eignung des Gewässers als Fischlebensraum zu berücksichtigen.
Die Engelberger Aa weist als bedeutendstes Fliessgewässer im Kanton Nidwalden drei sanierungspflichtige Anlagen auf – das Ambauenwehr in Buochs, das Hostettenwehr in Oberdorf und das Wehr in der Obermatt, Wolfenschiessen. Als Seeforellenaufstiegs- und potenzielles Seeforellenlaichgewässer kommt der Durchgängigkeit sowohl flussaufwärts als auch flussabwärts eine besondere Bedeutung zu. Beim Ambauenwehr ist der Betrieb der bestehenden Fischaufstiegshilfe zu optimieren sowie Abklärungen bezüglich Fischabstieg zu treffen. Beim Hostettenwehr und beim Wehr Obermatt sind Massnahmen sowohl zum Fischauf- als auch Fischabstieg umzusetzen.

Die strategische Planung zur Fischdurchgängigkeit erfolgte unter Federführung der kantonalen Fachstelle für Jagd und Fischerei.

C) Geschiebehaushalt
Im Rahmen der strategischen Planung zum Geschiebehaushalt müssen alle Anlagen erhoben und beurteilt werden, die sich auf den Geschiebehaushalt auswirken. Neben den Wasserkraftanlagen gehören dazu auch Wildbachverbauungen und Geschiebesperren.
Die strategische Planung zeigt, dass im Kanton Nidwalden betreffend Kraftwerksanlagen keine diesbezüglichen Sanierungsmassnahmen erforderlich sind. Bei Anlagen im Dienste des Hochwasserschutzes sollen festgestellte Defizite im Rahmen laufender bzw. geplanter Wasserbauprojekte, abgestimmt auf die örtlichen Rahmenbedingungen und auf konkurrenzierende Anforderungen, erhoben bzw. reduziert werden. Entsprechend sind diesbezüglich keine ergänzenden Sanierungsverfügungen vorgesehen.
Die strategische Planung zum Geschiebehaushalt erfolgte unter Federführung des Amtes für Gefahrenmanagement.


Thembezogene Links

Fischgängigkeit, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Geschiebe, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Hydrologie/Pegel Engelberger Aa, Flugplatz Buochs, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Schwall / Sunk, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Wasser-Agenda 21


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

Gewässerökologische Auswirkungen des Schwallbetriebes -2003, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Sanierung Schwall-Sunk. Strategische Planung. Schlussbericht vom 27.11.2014
Strategische Planung Sanierung Geschiebehaushalt. Schlussbericht vom 27.11.2014
Veränderungen von Schwall Sunk, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2007
Vollzugshilfe Sanierung Geschiebehaushalt, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Vollzugshilfe Sanierung Schwall und Sunk Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Vollzugshilfe Wiederherstellung der Fischwanderung, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Wiederherstellung der Fischauf- und abwanderung bei Wasserkraftwerken, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Wiederherstellung der Fischwanderung. Strategische Planung Nidwalden. Schlussbericht vom 27.11.2014

 

Gewässer - Wärmegewinnung und Kühlung aus Wasser und Untergrund

Wärmegewinnung und Kühlung aus Gewässern Für Anlagen, die Oberflächengewässer oder Grundwasser zur Wärme- oder Kältegewinnung nutzen, ist aus nutzungsrechtlicher Sicht eine Konzession (Art.100 GewG),…

Wärmegewinnung und Kühlung aus Gewässern
Für Anlagen, die Oberflächengewässer oder Grundwasser zur Wärme- oder Kältegewinnung nutzen, ist aus nutzungsrechtlicher Sicht eine Konzession (Art.100 GewG), aus gewässerschutzrechtlicher Sicht eine Bewilligung (Art. 19 GSchG oder Art. 29 GSchG) notwendig.

Konzessionsbehörde ist die Landwirtschafts- und Umweltdirektion - ausgenommen davon sind die Konzessionen des Regierungsrates für die hydrothermale Nutzung von Tiefengrundwässern (§ 25 und 26 GewV).

Das Gesuch um Nutzung von Gewässern für Wärmepumpen oder Kühlanlagen ist bei der Standortgemeinde einzureichen.

Der Ablauf des Verfahrens ist insbesondere davon abhängig, ob für die Gewässernutzung baubewilligungspflichtige Bauten oder Anlagen erstellt oder geändert werden müssen oder keine solchen nötig sind bzw. diese bereits bestehen. Das Verfahren für den ersten Fall, welcher insbesondere bei Neuanlagen zum Tragen kommt, ist hier dargestellt. Für Nutzungen, bei denen keine Anlagen erstellt oder geändert werden (insbesondere Erneuerung von Konzessionen ohne Änderungen an den Nutzungsanlagen), ist hier ersichtlich.

Bei Grundwassernutzungen dürfen die Bohrungen erst ausgeführt werden, wenn die Baubewilligung einschliesslich der kantonalen Bohrbewilligung vorliegt. Das heisst, dass für das Konzessionsgesuch Annahmen getroffen werden müssen und die abschliessende hydrogeologische Beurteilung in Form eines Fachgutachtens erst später nachgereicht werden kann.

Nutzung von Erdwärme
Für Anlagen, die Erdwärme nutzen (z.B. mit Erdsonden, Erdregistern, Energiepfählen), ist eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Amtes für Umwelt (Art. 71 GewG) und eine Baubewilliung der Gemeinde notwendig.

Das gewässerschutzrechtliche Gesuch ist zusammen mit dem Baugesuch bei der Gemeinde einzureichen Den Ablauf des Bewilligungsverfahrens finden sie hier.

Themenbezogene Links

Lärm -Luft-Wasser-Wärmepumpe
Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS)
Wärmenutzungskarte Nidwalden
Vollzugshilfe "Wärmenutzung aus Boden und Untergrund" (BAFU)
Richtlinie "Wärme- und Kältenutzung aus dem Vierwaldstättersee" (AKV)

Gewässer - Wasserbezug aus öffentlichen Gewässern

Konzessionsfreie und konzessionspflichtige Nutzungen Für Wasserbezüge aus öffentlichen Oberflächengewässern und Grundwasservorkommen (einschliesslich Quellen) ist aus nutzungsrechtlicher Sicht eine K…

Konzessionsfreie und konzessionspflichtige Nutzungen
Für Wasserbezüge aus öffentlichen Oberflächengewässern und Grundwasservorkommen (einschliesslich Quellen) ist aus nutzungsrechtlicher Sicht eine Konzession (Art.100 GewG) notwendig. Ausgenommen von der Konzessionspflicht sind:

  • Tränken, Baden und dergleichen (Art. 98 GewG)
  • Wasserbezug bis zu insgesamt 50 Litern pro Minute zum privaten Eigengebrauch, sofern die Gewässerschutzgesetzgebung eingehalten wird und der Wasserbezug vorgängig gemeldet wird (Art. 98 GewG)
  • Wasserbezug aus einer Quelle, wenn deren oberirdischer Wasserlauf kein Gerinne zu bilden vermag und deren mittlere Ergiebigkeit kleiner als 300 Liter pro Minute ist (Art. 5 GewG);
  • ein privates Recht an einem Gewässer nachgewiesen werden kann (Art. 6 und 7 GewG).

Die Nutzung der Gewässer für die Wasserkraft oder die Wärmegewinnung und Kühlung bedarf immer einer Konzession (Art. 98 GewG).

Konzessionsbehörde ist die Landwirtschafts- und Umweltdirektion - ausgenommen davon sind die Konzessionen des Regierungsrates für grossen Wasserbezügen über 1'000 Litern pro Minute (§ 25 und 26 GewV).

Gewässerschutz-Bewilligungen
Aus gewässerschutzrechtlicher Sicht ist für Wasserbezüge (auch wenn sie nicht konzessionspflichtig sind) gegebenenfalls eine Bewilligung zum Schutz des Grundwassers vor Beeinträchtigungen (Art. 19 GSchG, Art. 32 GSchV) oder zur Sicherung angemessener Restwassermengen in Fliessgewässern (Art. 29 GSchG) erforderlich. Bei der freien Nutzung sind folgende Bedingungen einzuhalten:

Freie Wasserbezüge bis 50 Liter pro Minute
Bei konzessionsfreien Wasserbezügen bis 50 Liter pro Minute sind folgende Punkte zu beachten:

  • Der Wasserbezug ist dem Amt für Umwelt vorgängig zu melden (Meldeformular). Das Wasser darf erst nach Rückmeldung des Amtes für Umwelt entnommen werden.
  • Es gilt die Sorgfaltspflicht – die Gewässer, ihre Ufer einschliesslich Vegetation und die im und am Wasser lebenden Lebewesen dürfen nicht beeinträchtigt werden.
  • Beim Wasserbezug von Fliessgewässern müssen die Restwasserbestimmungen gemäss Art. 29 ff. GSchG jederzeit eingehalten werden.
  • Für Bohrungen in den Grundwasserleiter ist eine Bewilligung des Amtes für Umwelt notwendig (Gesuch um Bohrbewilligung).
  • Ansaugstutzen von Wasserpumpen sind mit einem feinmaschigen Gitter bzw. Sieb zu versehen.
  • In Oberflächengewässern sind Trübungen zu vermeiden.

Verfahren für konzessionspflichtige Nutzungen
Das Gesuch für konzessionspflichtige Wasserbezüge aus öffentlichen Gewässern ist bei der Standortgemeinde einzureichen.

Der Ablauf des Verfahrens ist insbesondere davon abhängig, ob für die Gewässernutzung baubewilligungspflichtige Bauten oder Anlagen erstellt oder geändert werden müssen oder keine solchen nötig sind bzw. diese bereits bestehen. Das Verfahren für den ersten Fall, welcher insbesondere bei Neuanlagen zum Tragen kommt, ist hier dargestellt. Für Nutzungen, bei denen keine Anlagen erstellt oder geändert werden (insbesondere Erneuerung von Konzessionen ohne Änderungen an den Nutzungsanlagen), ist hier ersichtlich.

Bei Grundwassernutzungen dürfen die Bohrungen erst ausgeführt werden, wenn die Baubewilligung einschliesslich der kantonalen Bohrbewilligung vorliegt. Das heisst, dass für das Konzessionsgesuch allenfalls Annahmen getroffen werden müssen und die abschliessende hydrogeologische Beurteilung in Form eines Fachgutachtens erst später nachgereicht werden kann.

Vorzugsrecht
Dem Kanton und der Standortgemeinde steht ein Vorzugsrecht zur Nutzung von öffentlichen Gewässern zu. Sie können das Vorzugsrecht auch für ihre selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalten geltend machen (Art. 104 GewG).

Projektierungsbewilligung für Wasserbezüge über 1'000 Liter pro Minute
Für grosse Wasserbezüge grösser als 1'000 Litern pro Minute ist – sofern das Wasser weder unverändert noch unmittelbar wieder zurückgegeben wird – vor den Abklärungen für das Konzessionsgesuch bei der Landwirtschafts- und Umweltdirektion ein Gesuch um Projektierungsbewilligung einzureichen (Art. 107, § 28 GewV). Diese berechtigt den Inhaber, die bewilligten Messungen, Markierungen, Sondierungen und Pumpversuche sowie übrigen Untersuchungen vorzunehmen. Das Verfahren ist hier abgebildet.

Themenbezogene Links

  Wärmegewinnung und Kühlung aus Wasser und Untergrund
  Bohrungen
  Restwasser

Gewässer - Zustand Vierwaldstättersee

Der Vierwaldstättersee ist der bedeutendste See im Kanton Nidwalden, mit einem Anteil an der Uferlänge von ca. 40 km. Ausserdem befinden sich auf dem Kantonsgebiet Trüebsee, Lutersee, Dürrensee sowie …

Der Vierwaldstättersee ist der bedeutendste See im Kanton Nidwalden, mit einem Anteil an der Uferlänge von ca. 40 km. Ausserdem befinden sich auf dem Kantonsgebiet Trüebsee, Lutersee, Dürrensee sowie die Staubecken Bannalpsee und Chäppelistutz. Neben ihrer Bedeutung für die Gewässerlebewesen sind diese Gewässer auch prägende Elemente der Landschaft und gern besuchte Erholungsräume für den Menschen.
Die Gewässerschutzbelange des Vierwaldstättersees und seines Einzugsgebietes werden von den Anrainerkantonen Luzern, Schwyz, Uri, Obwalden und Nidwalden seit der Gründung der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) 1989 gemeinschaftlich geregelt. Im Auftrag der AKV werden regelmässig Untersuchungen zur Wasserqualität durchgeführt. Neben der Dokumentation der Wasserqualität, können damit Trends in der Entwicklung der wichtigen Wasserinhaltsstoffe sichtbar gemacht und ein rechtzeitiges Reagieren auf unerwünschte Veränderungen ermöglicht werden. Analog dem ökomorphologischen Zustand der Fliessgewässer wurde 2008 die Beschaffenheit der Ufer des Vierwaldstättersees bewertet.

Seeuferzustand
Der Vierwaldstättersee und seine Ufer gehören seit 1983 zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN-Gebiet). Seither werden wertvolle Uferabschnitte in Flachwassergebieten besser geschützt und aufgewertet. Im Sommer 2008 wurden 96 des rund 150 Kilometer langen Seeufers auf dessen Naturnähe bewertet. Die Resultate zeigen, dass ein grosser Anteil der Ufer in einem unbefriedigendem Zustand ist. Im Nidwaldner Anteil des Seeufers nehmen naturfremde und künstliche Uferbereiche ca. 50% ein.
Mit der Seeuferbewertung können einerseits Eingriffe in die Ufer- und Flachwasserzonen beurteilt werden. Andererseits kann sie auch herangezogen werden, um das Verbesserungspotenzial von Uferabschnitten zu erfassen.
Im Zuge der strategischen Planungen zur Revitalisierung der Gewässer werden zukünftig jene Uferbereiche ausgeschieden, die sich für eine Aufwertung besonders eignen.

Hydrologie
Der Pegel des Vierwaldstättersees wird bei den Messstationen des Bundesamtes für Umwelt in Luzern sowie Brunnen erfasst. Die Funktionsweise des Nadelwehrs zur Regulierung des Seespiegels in Luzern ist bei der Fachstelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern dokumentiert. Fragen zum Wasserstand bzw. zum Reusswehr können an die Adresse vif@lu.ch gesendet werden.

Chemisch-physikalische Wasserqualität und Biologie
Die Wasserqualität im See ist heute gut. Durch den Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen ist die Phosphorkonzentration im See zurückgegangen. Mit einer Konzentration von 3 bis 5 Milligramm Phosphor pro Kubikmeter entspricht sie heute den natürlichen, nährstoffarmen Verhältnissen eines Voralpensees. Die Abwasserreinigungsanlagen halten jedoch Stickstoffverbindungen ungenügend zurück und auch die Zufuhr aus der Landwirtschaft und der Luft hat zugenommen. Seit der ersten Hälfte der 1960er Jahre ist die Nitratkonzentration in allen Seebecken angestiegen. Am höchsten ist sie im Alpnachersee, wo der Eintrag aus der Landwirtschaft und den Kläranlagen im Einzugsgebiet besonders hoch ist. Auch Spurenstoffe werden mit der heutigen Abwasserreinigungstechnik nicht oder nur unvollständig abgebaut. Mit dieser noch wenig untersuchten Problematik befasst sich das Projekt Spurenstoffe, das im Rahmen der AKV erarbeitet wird.
Zur Überwachung der Wasserqualität finden jährliche Kontrollen durch das Wasserinstitut der ETH (eawag Kastanienbaum) im Becken Obermatt statt. Dabei werden Temperatur- und Leitfähigkeitsprofile in der Wassersäule sowie Sauerstoff- und Nährstoffkonzentrationen gemessen. Aufgrund der guten Wasserqualität konnte das ehemals sehr umfangreiche Messprogramm markant reduziert werden.
Jährlich finden zu Beginn der Badesaison Badewasserkontrollen statt. Die Resultate der letzten Jahre zeigen, dass durchwegs gute Badebedingungen an den Badestellen im Kanton Nidwalden vorherrschen.
Im Rahmen der AKV wurden weiter Erhebungen zu Wasserpflanzen sowie Auswertungen der Planktonsituation im Vierwaldstättersee durchgeführt.

Themenbezogene Links

Hydrologie/Pegel Vierwaldstättersee Luzern, Bundesamt für Umwelt (BAFU)                                                        
Hydrologie/Pegel Vierwaldstättersee Brunnen, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV)

Gewässer - Zustand Fliessgewässer

Gewässerzustand Fliessgewässer Intakte Gewässer sind mehr als nur sauberes Wasser. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bilden ein wichtiges Landschaftselement, dienen der Bewässerung wie au…

Gewässerzustand Fliessgewässer

Intakte Gewässer sind mehr als nur sauberes Wasser. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bilden ein wichtiges Landschaftselement, dienen der Bewässerung wie auch Entwässerung sowie der Erholung. Erfüllen unsere Oberflächengewässer diese Aufgaben? Wo liegen die Defizite? Welche Massnahmen sind dringlich?
Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, finden in ausgewählten Gewässerstrecken regelmässige Untersuchungen zur Wasserqualität und Biologie statt. Die Gewässermorphologie sowie die Durchgängigkeitsstörungen wurden im Sommer/Herbst 2012 erhoben. Weitere Untersuchungen finden z.B. jeweils im Rahmen von Wasserbauprojekten oder auch von Gesuchen zur Wasserkraftnutzung statt. Zum Teil werden auch Erhebungen im Zuge der strategischen Planungen zur Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraft durchgeführt.
Mit den Untersuchungen werden einerseits die gesetzlich festgelegten Qualitätsziele für Fliessgewässer überprüft und andererseits die Entwicklung des Gewässerzustands aufgezeigt. Veränderungen oder Beeinträchtigungen der Gewässer sollen so rechtzeitig erkannt und die Auswirkungen der getroffenen Gewässerschutzmassnahmen überprüft werden. Die Messresultate bilden die Grundlage für künftige Gewässerschutzmassnahmen und dienen der Information der Öffentlichkeit über den allgemeinen Gewässerzustand.

A) Ökomorphologischer Gewässerzustand und Durchgängigkeitsstörungen
Unter Ökomorphologie versteht man die strukturelle Ausprägung eines Gewässers und seiner Uferbereiche. Anhand der Breitenvariabilität, der Verbauung der Sohle und der Ufer sowie der Breite und Beschaffenheit des Uferbereiches wird abschnittsweise der Grad der Natürlichkeit der Gewässer beurteilt. Zusätzlich werden Abstürze und Bauwerke, die die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und andere Lebewesen einschränken, erhoben.
Der ökomorphologische Gewässerzustand sowie die Durchgängigkeitsstörungen sind im WebGIS NW veröffentlicht.

B) Hydrologie
In Nidwalden gibt es nur eine Abflussmessstation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) an der Engelberger Aa beim Flugplatz Buochs. Hier finden kontinuierlich Aufzeichnungen des Abflusses, Pegels und der Wassertemperatur statt. Der Kanton betreibt keine eigenen Abflussmessstationen.

C) Chemisch-physikalische Wasserqualität und Biologie
Im Rahmen des Programms "Dauerüberwachung der Fliessgewässer in den Urkantonen" (DÜFUR) werden im Kanton Nidwalden seit 2000 insgesamt 16 Gewässerstellen periodisch kontrolliert. Untersucht werden chemisch-physikalische sowie biologische Kenngrössen in Anlehnung an die Methoden des Modul-Stufen-Konzepts.

Die Erkenntnisse der ersten vier Jahre (2000 bis 2003) wurden in einem Bericht zusammengefasst. In diesem werden auch mögliche Problemstellungen anhand von Beispielen aus den beteiligten Kantonen dargestellt. Im Weiteren enthält er die Ergebnisse aus den Feldaufnahmen und Laboranalysen. Zusammenfassend kann aus der ersten Kampagne folgender Schluss gezogen werden:

„Die Wasserqualität ist gut, die Lebensraumqualität aber häufig ungenügend!“

Betrachtet man nur die Inhaltsstoffe so können gute Noten verteilt werden. Bei 85% der untersuchten Stellen ergaben die chemischen Untersuchungen keine Mängel in der Wasserqualität. Allerdings stützen sich diese Ergebnisse auf wenige chemische Einzelmessungen pro Stelle, da bei DÜFUR der Schwerpunkt bei biologischen Untersuchungen liegt.
Anders als bei der Wasserqualität sieht es beim Zustand des Lebensraums der Gewässer aus. Die Untersuchung der Wasserkleintiere zeigte bei zwei Dritteln der Gewässerstellen eine gute Lebensraumqualität an. Die Bewertung der Wasserpflanzen bestätigte dieses Ergebnis weitgehend. Die angetroffenen wahrnehmbaren Belastungen wie Trübung, Verfärbung, Schaum oder Geruch stimmen hingegen wenig zuversichtlich. Nur 40% der untersuchten Stellen erfüllten die gesetzlichen Anforderungen.
Regional sind grosse Unterschiede vorhanden. Je höher die Siedlungsdichte und je intensiver die landwirtschaftliche Nutzung, desto schlechter ist in der Regel der Zustand der Gewässer. Die Ursachen dafür liegen jedoch selten alleine bei einer ungenügenden Wasserqualität. Harte Verbauungen, der fehlende natürliche Uferbereich und ein naturfremdes Umland beeinträchtigen die Gewässer weit mehr. Solche Fliessgewässer bieten meist nur noch einen monotonen Lebensraum und ihre Selbstreinigungskraft ist stark vermindert.
Eine Synthese über die drei bisher durchgeführten Untersuchungskampagnen zwischen 2000 und 2011 liefert einen umfassenden zeitlichen und räumlichen Überblick über die Gewässersituation in den Vierwaldstätterseekantonen. Die Resultate zeigen, dass der Handlungsbedarf nach wie vor gross ist. Zudem sind Ergänzungen bzw. Anpassungen des Untersuchungsprogramms angezeigt: der Zustand der hydrologisch beeinflussten Gewässer wurde bislang mit den angewendeten Analysen nur unzureichend erfasst. Detaillierte Informationen sind auf der Website der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee ersichtlich.

Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA)
Die nationale Beobachtung der Oberflächengewässer erfolgt in Zusammenarbeit von Bund und Kantonen mit dem Ziel, den Zustand und die Entwicklung der Schweizer Gewässer auf nationaler Ebene zu dokumentieren und zu beurteilen. Im Kanton Nidwalden finden dazu an der Engelberger Aa im Bereich Ännerberg seit 2011 Erhebungen zur chemischen und biologischen Gewässerqualität statt. Die Dokumentation der chemischen Wasserqualität erfolgt durch monatliche Beprobungen. Wirbellose, Kieselalgen, Fische und Wasserpflanzen werden in einem Rhythmus von vier Jahren untersucht. Detaillierte Informationen zum Untersuchungsprogramm sowie die Publikation der Resultate der Untersuchungskampagne 2011-2014 finden sich auf der website des BAFU.

Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM)
Mit dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz wird die langfristige Entwicklung der Artenvielfalt ausgewählter Pflanzen- und Tierarten dokumentiert. In den Fliessgewässern erfolgen Erhebungen zu den Wasserwirbellosen. In Nidwalden befinden sich drei Untersuchungsstrecken, die seit 2010 alle fünf Jahre beprobt werden.

Thembezogene Links

Cercl' eau
Gewässerzustand, Struktur und Morphologie, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Hydrologie/Pegel Engelberger Aa, Flugplatz Buochs, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Modul Stufen Konzept
Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität, (NAWA)


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

Zustand der Schweizer Fliessgewässer, Ergebnisse der Nationalen Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) 2011-2014, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2016

 

Nutzung Seegebiete - Bezug von Steinen, Kies und Sand

Der Bezug von Steinen, Kies und Sand aus öffentlichen Gewässern ist eine verleihungsbedürftige Sondernutzung. Für Anlagen, welche mehr als 50'000 Kubikmeter Material pro Jahr ausbeuten, muss eine Umwe…

Der Bezug von Steinen, Kies und Sand aus öffentlichen Gewässern ist eine verleihungsbedürftige Sondernutzung. Für Anlagen, welche mehr als 50'000 Kubikmeter Material pro Jahr ausbeuten, muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Das Amt für Umwelt ist als federführende Stelle für die Koordination der notwendigen Verfahren zuständig.

Wichtigste Anlagen

Beckenried / Emmetten: Seebagger WABAG Kies AG im Bereich Risleten / Mündungsbereich Choltalbach
Buochs: Seebagger WABAG Kies AG im Bereich Delta Engelbergeraa


Themenbezogene Links

Umweltverträglichkeit
Wasserrechtliche Begriffe


Wegleitung / Richtlinien / Berichte

Seeuferkonzept (SUK) 2001

 

 

Strategische Revitalisierungsplanung Fliessgewässer

Strategische Revitalisierungsplanung Fliessgewässer Mit dem per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen revidierten Gewässerschutzgesetz (GSchG) werden die Kantone dazu verpflichtet, für die Revitalisie…

Strategische Revitalisierungsplanung Fliessgewässer

Mit dem per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen revidierten Gewässerschutzgesetz (GSchG) werden die Kantone dazu verpflichtet, für die Revitalisierung von Gewässern zu sorgen und diese zu planen. Die Kantone haben dazu eine strategische Planung zu erstellen und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) einzureichen. Die Anforderungen an diese Planung sind in der ebenfalls 2011 revidierten Gewässerschutzverordnung (GSchV) definiert. Das Vorgehen sowie die einzelnen Planungsschritte hat das BAFU in einer Wegleitung festgelegt. Die strategische Planung für Fliessgewässer wurde in Zusammenarbeit der Landwirtschafts- und Umweltdirektion, der Baudirektion sowie der Justiz- und Sicherheitsdirektion unter Federführung des Amtes für Umwelt erarbeitet und für die nächsten 20 Jahre in einem Planungsbericht dokumentiert.

Die strategische Revitalisierungsplanung wurde am 16. Dezember 2014 vom Regierungsrat Nidwalden genehmigt und fristgerecht beim BAFU eingereicht.

Der Planungsbericht enthält für jeden in der ersten 20-Jahresplanung enthaltenen Gewässerabschnitt ein Massnahmenblatt inklusive der vorgesehenen Umsetzungsperiode. Diese wurde in Absprache mit dem Tiefbauamt mit der jeweils geplanten Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen abgestimmt.
Die für den Zeitraum 2012 – 2031 ausgewählten Gewässer bzw. Gewässerabschnitte weisen neben einem ökologischen Defizit nahezu ausschliesslich auch ein Hochwasserschutzdefizit auf. Per Definition des Bundes handelt es sich somit um Hochwasserschutzprojekte. Mit Aufwertungen, welche über die Anforderungen an einen naturnahen Wasserbau im Rahmen des Hochwasserschutzes hinausgehen, lassen sich bedeutende zusätzliche Subventionen geltend machen. Die Höhe der zusätzlichen Beiträge richtet sich unter anderem nach dem Nutzen für Natur und Landschaft. Dies ist vor allem für Projekte mit einem aus Sicht Hochwasserschutz schlechten Kosten-/Nutzenverhältnis interessant. Um Beiträge jedoch gelten machen zu können, ist vorausgesetzt, dass die entsprechenden Gewässerabschnitte in der strategischen Revitalisierungsplanung enthalten sind.
Die vorliegende kantonale strategische Revitalisierungsplanung weist keinen hohen Detailierungsgrad auf. Dies ist auch nicht beabsichtigt, denn es geht insbesondere darum, jene Gewässer bzw. Gewässerabschnitte zu bestimmen, deren Revitalisierung im Verhältnis zum Aufwand einen grossen Nutzen für die Natur und Landschaft erreichen. Die detaillierte Planung der entsprechenden Wasserbauprojekte liegt gestützt auf die kantonale Wasserrechtsgesetzgesetzgebung in der Zuständigkeit der Gemeinden (als Ausnahme ist der Kanton für die Engelberger Aa zuständig).


Themenbezogene Links

Integrales Gewässermanagement (WSL, eawag, ETHZ, EPFL)
Plattform Renaturierung, Wasser-Agenda 21 (BAFU)
Programm Fliessgewässer Schweiz, eawag
Renaturierung, Bundesamt für Umwelt (BAFU)


Richtlinien/Wegleitungen/Berichte

 Faltblatt Raumbedarf Fliessgewässer, 2000  (BUWAL, BWG, BLW, BRP)
 Leitbild Fliessgewässer Schweiz, 2003 (BUWAL, BWG, BLW, ARE)
Vollzugshilfe Strategische Revitalisierungsplanung 2012, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

 

Zugehörige Objekte