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Gewässer / Grundwasser

Gewässer
Im Kanton Nidwalden fliessen zahlreiche Bäche und Flüsse. Neben dem Vierwaldstättersee befinden sich auch noch kleinere natürliche Seen sowie Stauseen auf dem Kantonsgebiet. Sie strukturieren die Landschaft und bilden einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Neben Verschmutzungen und Verbauungen können auch Veränderungen des Wasserhaushalts (Wasserkraftnutzung, Entwässerung) den Zustand der Gewässer negativ beeinflussen.

Grundwasser
In Nidwalden befinden sich mehrere Grundwasservorkommen – das bedeutendste fliesst vom Engelbergertal in den Vierwaldstättersee. Das Talgrundwasser und die Quellen spielen nicht nur für die Trinkwasserversorgung unseres Kantons, sondern auch für die Wärmegewinnung und Kühlung sowie als Brauchwasserlieferanten für Industrie und Gewerbe eine zentrale Rolle. Damit die Grundwasservorkommen als Lebensgrundlage erhalten bleiben, müssen sie nicht nur vor verunreinigenden Stoffen, sondern auch vor übermässigen baulichen Eingriffen geschützt werden.

Themenbezogene Links
Bundesamt für Umwelt (BAFU) – Thema Gewässerschutz
Bundesamt für Umwelt (BAFU) – Thema Grundwasser
Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW)

Gesetzliche Grundlagen
• Bundesgesetz über die Fischerei (BGF)
• Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (GSchG)
• Gewässerschutzverordnung des Bundes (GSchV)
• Kantonales Gewässerschutzgesetz (kGSchG)
• Kantonale Gewässerschutzverordnung (kGSchV)
• Kantonales Gesetz über die Rechte am Wasser (Wasserrechtsgesetz; WRG)
• Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF)
• Vollziehungsverordnung zum Gesetz über die Rechte am Wasser (Wasserrechtsverordnung; WRV)

Richtlinien / Wegleitungen / Berichte
Informationsbroschüre Grundwasser
Wegleitung Grundwasserschutz, Bundesamt für Umwelt (BAFU)                                                                

Kontakt

Amt für Umwelt

Informationen zum Amt

News

Gewässer - Gewässerraum

Fliessgewässer brauchen für die Erfüllung ihrer natürlichen Funktionen genügend Raum (BWG, BUWAL, BLW, BRP 2000). Dieser Raumanspruch leitet sich von den folgenden Aufgaben des Gewässers ab: Tra…

Fliessgewässer brauchen für die Erfüllung ihrer natürlichen Funktionen genügend Raum (BWG, BUWAL, BLW, BRP 2000). Dieser Raumanspruch leitet sich von den folgenden Aufgaben des Gewässers ab:

  • Transport von Wasser und Geschiebe: ein genügend breites Gewässer mit einem entsprechend breiten Uferbereich hat die Fähigkeit, Wasser und Geschiebe schadlos abzuleiten. Gleichzeitig übt es bei Hochwasser eine ausgleichende Wirkung aus.
  • Bildung und Vernetzung von Biotopen: Die Gewässersohle und ihre Uferbereiche sind der Lebensraum für angepasste Pflanzen- und Tierarten. Das Fliessgewässer verbindet und vernetzt Landschaftsteile und Lebensräume.
  • Reduktion des Nährstoffeintrags: Das bewachsene Umland eines Gewässers hat bei genügender Ausdehnung die Fähigkeit, den Eintrag von Nährstoffen ins Gewässer zu verringern.
  • Selbstreinigungskraft: Fliessgewässer mit einer genügenden Strukturvielfalt haben die Fähigkeit, Schad- und Nährstoffe abzubauen.
  • Angebot von Erholungsraum: Naturnahe Gewässer sind für erholungssuchende Menschen sehr attraktiv.


Gesetzliche Vorgaben
Die Gesetzgebungen des Bundes zum Wasserbau und zum Gewässerschutz verpflichten die Kantone, den Raumbedarf für oberirdische Gewässer, der für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer, des Hochwasserschutzes und der Gewässernutzung erforderlich ist, festzulegen und raumplanerisch auszuscheiden. Die Bemessung der Gewässerräume für Fliessgewässer und stehende Gewässer wird in der seit Juni 2011 in Kraft getretenen Gewässerschutzverordnung definiert.  Zudem wird auch die zulässige Bewirtschaftung und Nutzung des Gewässerraumes vorgegeben.
Die Kantone legen den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer bis zum 31. Dezember 2018 fest. Sie sorgen dafür, dass der Gewässerraum bei der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigt, sowie extensiv gestaltet und bewirtschaftet wird. Bis zur raumplanerischen Umsetzung gelten die Übergangsbestimmungen gemäss Gewässerschutzgesetz.

Umsetzung in den Gemeinden
Im Kanton Nidwalden wird die Praxis der Gewässerraumauscheidung an Fliessgewässern innerhalb der Bauzonen sowie bei Wasserbauprojekten bereits seit vielen Jahren umgesetzt. In der kantonalen Richtlinie „Raumplanerische Festlegung des Gewässerraumes an Fliessgewässern„ (2004) wurden die entsprechenden Grundsätze definiert. Per Ende 2015 sind innerhalb der Bauzone in allen elf Gemeinden die Gewässerräume in den Nutzungsplanungen umgesetzt. In einzelnen Gemeinden bedarf es noch der Überprüfung auf Gesetzeskonformität.
Die Gewässerräume der Fliessgewässer ausserhalb Bauzone wurden bislang nur im Zuge von Wasserbauprojekten festgelegt. In der Publikation "Gewässerräume an Fliessgewässern ausserhalb des Baugebietes" (2009) sind die entsprechenden Grundsätze dazu definiert. Sie entsprechen im Wesentlichen den Bundesvorgaben.
Die Vorarbeiten für eine umfassende Ausscheidung der Gewässerräume ausserhalb Bauzone sowie an den Seeufern haben nun in nahezu allen Nidwaldner Gemeinden begonnen.

Gewässerraum im Baugesuchsverfahren
Die Bestimmungen zum Gewässerraum haben das Ziel, den Raum für einen schadlosen Hochwasserabfluss sowie zur Erhaltung der natürlichen Gewässerfunktionen von Anlagen freizuhalten. Im Gewässerraum sind demnach nur standortgebundene, im öffentlichen Interesse liegende Anlagen (z.B. Brücken) zulässig.
In dicht überbauten Gebieten können für zonenkonforme Anlagen Ausnahmen bewilligt werden, soweit keine öffentlichen Interessen entgegenstehen und der Hochwasserschutz gewährleistet ist. Die Zuständigkeit zur Gewährung von Unterabständen liegt bei den jeweiligen Gemeindebauämtern sowie der Baudirektion (Amt für Gefahrenmanagement).

Thembezogene Links

 

Gewässerraum - Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Renaturierung - Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Zustand der Gewässer - Bundesamt für Umwelt (BAFU)


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

 

 

Faktenblatt Gewässerraum, eawag 2013
Faltblatt Raum den Fliessgewässern, BWG, BUWAL, BLW, BRP 2000
Raum den Gewässern (Magazin Umwelt 3/2011) - Bundesamt für Umwelt (BAFU)

 

Gewässer - Restwasser

Wasserkraftnutzung zur Energiegewinnung und deren Auswirkungen auf die Gewässer Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer …

Wasserkraftnutzung zur Energiegewinnung und deren Auswirkungen auf die Gewässer
Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler Energie. Es bestehen mehr als 20 Wasserfassungen an Fliessgewässern bzw. Stauseen oder Ausgleichsbecken zur Produktion von elektrischer Energie.
Damit die Wasserkraft aber umfassend umweltfreundlich ist, müssen die grundsätzlichen Gewässerfunktionen erhalten bleiben. Eine angemessene Restwassermenge im Fluss- oder Bachbett ist eine Voraussetzung dafür. Wird den Bächen und Flüssen das Wasser gänzlich entzogen, fallen sie auf weiten Strecken trocken oder führen nur eine unzureichende Wassermenge. Erst durch neuerliche Wasserzutritte aus dem Einzugsgebiet (Oberflächenabfluss, Quellzutritte, Einmündungen anderer Bäche, Grundwasseraufstösse) unterhalb der Entnahmestelle kann sich langsam wieder ein Abfluss bilden. Der Gewässerlebensraum, die Ufervegetation, angrenzende Auengebiete, das Landschaftsbild sowie die wichtige Funktion der Grundwasserneubildung werden von der Wasserführung im Bach oder Fluss geprägt oder sind direkt von ihr abhängig.

Sicherung angemessener Restwassermengen bei neuen Anlagen bzw. Neukonzessionierungen
Das eidgenössischen Gewässerschutzgesetz (Art. 29 ff GSchG) bestimmt, dass bei Wasserentnahmen die Sicherstellung einer bestimmten Restwassermenge in der Strecke zwischen der Wasserentnahme und der Wasserrückgabe, gewährleistet sein muss.
Zur Ermittlung der Mindestrestwassermenge nach Art. 31 GSchG dient die Abflusskenngrösse Q347. Das ist jene Abflussmenge, die, gemittelt über zehn Jahre, durchschnittlich während 347 Tagen des Jahres erreicht oder überschritten wird und die durch Stauung, Entnahme oder Zuleitung von Wasser nicht wesentlich beeinflusst ist.
Die Aufgaben von Gesuchsteller und Behörde sind in der Wegleitung des Bundes dargestellt und erläutert.

Restwassersanierung
Bei bestehenden Nutzungen ist die Umsetzung der Restwasserbestimmungen erst bei einer Neukonzessionierung möglich. Als Übergangsregelung wird in den Art. 80 ff GSchG die Sanierung dieser Anlagen bis Ende 2012 vorgeschrieben. Weitere Details zum Vorgehen sind in der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung enthalten (Art. 36 ff GSchV).
Basierend auf dem Inventar der Wasserentnahmen ist der Kanton verpflichtet, für die Wassernutzungsrechte ohne bestehende Verpflichtung zur Restwasserdotierung, einen Sanierungsbericht zu erstellen. Darin ist aufzuzeigen, welche Entnahmen einen wesentlichen Einfluss auf die Gewässer ausüben und somit sanierungspflichtig sind sowie in welchem Ausmass dies nötig und möglich ist. Der Bericht dient als Basis für die Festlegung der Sanierungsmassnahmen an den einzelnen Wasserfassungen.

Der Sanierungsbericht für die Wasserfassungen im Engelbergertal (Kanton Nidwalden und Gemeinde Engelberg) wurde im Januar 2011 fertiggestellt. Die ausgearbeiteten Sanierungsmassnahmen wurden 2012 verfügt und sind seit 1. Januar 2013 umgesetzt.
Der Sanierungsbericht für die Wasserfassung des Kraftwerks Rotzloch am Melbach wurde am 30. März 2012 im Zusammenhang mit der Erneuerung des Kraftwerks erstellt. Die ausgearbeiteten Sanierungsmassnahmen sind Anfang 2013 verfügt.
Die Sanierung der Fassungen am Lielibach und Mühlebach des Gemeindewerks Beckenried ist noch aussstehend.

Gesuche für neue Wasserkraftnutzungen
Für eine beabsichtigte Wasserkraftnutzung ist beim Amt für Wald und Energie/Energiefachstelle ein Projektierungsgesuch einzureichen. Nach den erforderlichen Abklärungen (v.a. Restwasser und Umweltauswirkungen) bedarf die Nutzung von öffentlichen Gewässern einer Verleihung des Regierungsrates.

Thembezogene Links

Restwasser, Bundesamt für Umwelt (BAFU)


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

 

Restwassersanierung nach Art. 80 Abs. 1 GSchG 1997, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Restwassersanierung nach Art. 80 Abs. 2 GSchG 2000, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Bestimmung angemessener Restwassermengen 2000, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

 

Gewässer - Sanierung Wasserkraft

Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler …

Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung

Die Wasserkraft im Kanton Nidwalden liefert einen wichtigen Beitrag für die Produktion von hochwertiger, erneuerbarer und CO2-neutraler Energie. Damit die Wasserkraft aber umfassend umweltfreundlich ist, müssen die wichtigsten Gewässerfunktionen erhalten bleiben. Neben der Gewährleistung einer angemessenen Restwassermenge im Flussbett sind seit dem Inkrafttreten des 2011 revidierten Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer neu auch wesentliche Lebensraumbeeinträchtigungen durch Schwall und Sunk, einen veränderten Geschiebehaushalt sowie Durchgängigkeitsstörungen in den Gewässern sanierungspflichtig.
Die Kantone mussten bis Ende 2014 zu diesen Beeinträchtigungen strategische Planungen erarbeiten und beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einreichen. Der Inhalt der beschlossenen Planungen ist in der Gewässerschutzverordnung sowie in der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei definiert. Es sind jene Anlagen aufzulisten, für welche deren Inhaber Massnahmen zur Beseitigung von wesentlichen Beeinträchtigungen der einheimischen Tiere und Pflanzen sowie von deren Lebensräumen durch Schwall und Sunk sowie bei einem veränderten Geschiebehaushalt auch des Grundwasserhaushaltes oder des Hochwasserschutzes treffen müssen. Die Planung zur Sanierung der Fischdurchgängigkeit nennt jene Wasserkraftwerke, deren Inhaber Massnahmen nach Art. 10 BGF treffen müssen.
Für alle Bereiche sind die zu treffenden Sanierungsmassnahmen und die Fristen, innert welcher die Massnahmen geplant und umgesetzt werden müssen, festgelegt. Im Weiteren enthalten die Planungen Angaben darüber, wie die Sanierungsmassnahmen im Einzugsgebiet des betroffenen Gewässers aufeinander sowie mit anderen Massnahmen zum Schutz der natürlichen Lebensräume und zum Schutz vor Hochwasser aufeinander abgestimmt worden sind.
Die strategischen Planungen wurden am 16. Dezember 2014 vom Regierungsrat Nidwalden genehmigt und fristgerecht beim BAFU eingereicht.

A) Schwall und Sunk
Unter Schwall und Sunk sind künstlich erzeugte Abflussschwankungen in einem Fliessgewässer zu verstehen. Sie entstehen bei Speicherkraftwerken, die vorwiegend zur Erzeugung von Spitzenstrom Wasser zu den wirtschaftlich einträglichsten Zeiten turbinieren.
In Nidwalden erzeugen drei Kraftwerkszentralen Schwall und Sunk - die Kraftwerke Oberrickenbach, Wolfenschiessen und Dallenwil. Die Rückgaben erfolgen einerseits in den Secklisbach, andererseits in die Engelberger Aa.
Die Abklärungen im Rahmen der strategischen Planung zeigen, dass alle drei Anlagen wesentliche Beeinträchtigungen der einheimischen Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume verursachen und demnach eine Sanierungspflicht gegeben ist. In beiden Gewässern liegt ein sehr starker Beeinträchtigungsgrad bei gleichzeitig grossem ökologischem Potenzial vor.
Die strategische Planung erfolgte unter Federführung des Amtes für Umwelt.

B) Fischdurchgängigkeit
Im Rahmen der strategischen Planung zur Fischdurchgängigkeit müssen alle Wanderungshindernisse hervorgerufen durch die Wasserkraftnutzung in den Fliessgewässern erhoben und beurteilt werden. Dabei ist auch die generelle Eignung des Gewässers als Fischlebensraum zu berücksichtigen.
Die Engelberger Aa weist als bedeutendstes Fliessgewässer im Kanton Nidwalden drei sanierungspflichtige Anlagen auf – das Ambauenwehr in Buochs, das Hostettenwehr in Oberdorf und das Wehr in der Obermatt, Wolfenschiessen. Als Seeforellenaufstiegs- und potenzielles Seeforellenlaichgewässer kommt der Durchgängigkeit sowohl flussaufwärts als auch flussabwärts eine besondere Bedeutung zu. Beim Ambauenwehr ist der Betrieb der bestehenden Fischaufstiegshilfe zu optimieren sowie Abklärungen bezüglich Fischabstieg zu treffen. Beim Hostettenwehr und beim Wehr Obermatt sind Massnahmen sowohl zum Fischauf- als auch Fischabstieg umzusetzen.

Die strategische Planung zur Fischdurchgängigkeit erfolgte unter Federführung der kantonalen Fachstelle für Jagd und Fischerei.

C) Geschiebehaushalt
Im Rahmen der strategischen Planung zum Geschiebehaushalt müssen alle Anlagen erhoben und beurteilt werden, die sich auf den Geschiebehaushalt auswirken. Neben den Wasserkraftanlagen gehören dazu auch Wildbachverbauungen und Geschiebesperren.
Die strategische Planung zeigt, dass im Kanton Nidwalden betreffend Kraftwerksanlagen keine diesbezüglichen Sanierungsmassnahmen erforderlich sind. Bei Anlagen im Dienste des Hochwasserschutzes sollen festgestellte Defizite im Rahmen laufender bzw. geplanter Wasserbauprojekte, abgestimmt auf die örtlichen Rahmenbedingungen und auf konkurrenzierende Anforderungen, erhoben bzw. reduziert werden. Entsprechend sind diesbezüglich keine ergänzenden Sanierungsverfügungen vorgesehen.
Die strategische Planung zum Geschiebehaushalt erfolgte unter Federführung des Amtes für Gefahrenmanagement.


Thembezogene Links

Fischgängigkeit, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Geschiebe, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Hydrologie/Pegel Engelberger Aa, Flugplatz Buochs, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Schwall / Sunk, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Wasser-Agenda 21


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

 

Gewässerökologische Auswirkungen des Schwallbetriebes -2003, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Sanierung Schwall-Sunk. Strategische Planung. Schlussbericht vom 27.11.2014
Strategische Planung Sanierung Geschiebehaushalt. Schlussbericht vom 27.11.2014
Veränderungen von Schwall Sunk, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2007
Vollzugshilfe Sanierung Geschiebehaushalt, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Vollzugshilfe Sanierung Schwall und Sunk Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Vollzugshilfe Wiederherstellung der Fischwanderung, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Wiederherstellung der Fischauf- und abwanderung bei Wasserkraftwerken, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2012
Wiederherstellung der Fischwanderung. Strategische Planung Nidwalden. Schlussbericht vom 27.11.2014

 

Gewässer - Wasserbezug aus öffentlichen Gewässern

Öffentliche Gewässer sind gemäss Art. 2 WRG (Wasserrechtsgesetz, NG 631.1) unter Vorbehalt nachgewiesener Privatrechte: •  oberirdische Gewässer wie Seen, Flüsse und Bäche, die für …

Öffentliche Gewässer sind gemäss Art. 2 WRG (Wasserrechtsgesetz, NG 631.1) unter Vorbehalt nachgewiesener Privatrechte:

•  oberirdische Gewässer wie Seen, Flüsse und Bäche, die für Wassernutzungsanlagen benützt werden oder sich dafür eignen                                                                                             
unterirdische Gewässer wie Grundwasservorkommen und Quellen, die nach ihrer Grösse oder ihrem Nutzen von allgemeiner Bedeutung sind


Konkret ist ein Gewässer als öffentlich anzusehen, sobald es sich für eine Nutzung eignet. Der Entscheid, ob im Einzelfall ein Gewässer oder Grundwasservorkommen als öffentlich zu gelten hat, obliegt dem Regierungsrat (§ 1 WRV (Wasserrechtsverordnung; NG 631.11)).

Gemeingebrauch
Der Wasserbezug aus öffentlichen ober- und unterirdischen Gewässern zu Trink- und Brauchwasserzwecken ist für den häuslichen, landwirtschaftlichen oder gewerblichen Eigengebrauch bis zu 50 Litern pro Minute nach erfolgter Meldung an die zuständige Direktion frei, sofern dadurch weder eine qualitative noch quantitative Gefährdung entsteht (Art. 22 und 23 WRG).
Der freie Bezug von höchstens 50 Litern pro Minute kann – ohne Rücksicht auf die Parzellenzahl – für jeden häuslichen, landwirtschaftlichen, gewerblichen oder gemischten Betrieb nur einmal beansprucht werden. Dem Gemeingebrauch dienende Wasserbezugsanlagen sind ausserdem so zu bemessen, dass die zulässige Minutenliterzahl nicht überschritten werden kann (§ 3 WRV).

Sondernutzungen
Übersteigt der Wasserbezug aus einem öffentlichen Gewässer zu Trink- und Brauchwasserzwecken den Gemeingebrauch, liegt eine wasserrechtliche Sondernutzung vor, für welche eine Verleihung des Regierungsrates erforderlich ist (Art. 25 und 26 Abs. 1 Ziff. 5 WRG).
Die Nutzung der Wasserkraft sowie die Errichtung und der Betrieb von Anlagen, bei denen Wasser aus öffentlichen Gewässern zu Pumpspeicherzwecken, Kühlzwecken oder zur Wärmegewinnung (Wärmepumpen) verwendet wird, sind in jedem Fall verleihungspflichtig – auch wenn der Wasserbezug kleiner als 50 Liter pro Minute ist (Art. 26 Abs. 1 Ziff. 4 und 6 WRG).

Verfahren
Wasserbezüge aus einem öffentlichen Gewässer im Rahmen des Gemeingebrauchs (< 50 l/min) sind der Landwirtschafts- und Umweltdirektion vor Beginn der Bauarbeiten schriftlich zu melden. Diese kann weitere Unterlagen und Auskünfte verlangen (§ 4 WRV).
Bei verleihungspflichtigen Sondernutzungen ist vor der Bewerbung um eine verleihungsbedürftige Wassernutzung bei der Landwirtschafts- und Umweltdirektion ein Gesuch für die Bewilligung der Projektierung der geplanten Nutzungsanlage einzureichen. Diese berechtigt den Inhaber, die bewilligten Messungen, Markierungen, Sondierungen und Pumpversuche sowie übrigen Untersuchungen vorzunehmen. Die Ergebnisse der Abklärungen sind der Landwirtschafts- und Umweltdirektion zusammen mit dem Verleihungsgesuch einzureichen (Art. 30 WRG).

Hinweise
Für Bohrungen zwecks Wasserbezug aus einem unterirdischen Gewässer (Grundwasser) ist auch eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung erforderlich (Art. 32 Abs. 2 Gewässerschutzgesetz (GSchG)). Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Informationen zu Wärmepumpen/Kühlanlagen finden Sie hier.

Themenbezogene Links:

 

Gewässer - Restwasser                                                                                                        

 

Gewässer - Zustand Vierwaldstättersee

Der Vierwaldstättersee ist der bedeutendste See im Kanton Nidwalden, mit einem Anteil an der Uferlänge von ca. 40 km. Ausserdem befinden sich auf dem Kantonsgebiet Trüebsee, Lutersee, Dürrensee sowie …
Der Vierwaldstättersee ist der bedeutendste See im Kanton Nidwalden, mit einem Anteil an der Uferlänge von ca. 40 km. Ausserdem befinden sich auf dem Kantonsgebiet Trüebsee, Lutersee, Dürrensee sowie die Staubecken Bannalpsee und Chäppelistutz. Neben ihrer Bedeutung für die Gewässerlebewesen sind diese Gewässer auch prägende Elemente der Landschaft und gern besuchte Erholungsräume für den Menschen.
Die Gewässerschutzbelange des Vierwaldstättersees und seines Einzugsgebietes werden von den Anrainerkantonen Luzern, Schwyz, Uri, Obwalden und Nidwalden seit der Gründung der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) 1989 gemeinschaftlich geregelt. Im Auftrag der AKV werden regelmässig Untersuchungen zur Wasserqualität durchgeführt. Neben der Dokumentation der Wasserqualität, können damit Trends in der Entwicklung der wichtigen Wasserinhaltsstoffe sichtbar gemacht und ein rechtzeitiges Reagieren auf unerwünschte Veränderungen ermöglicht werden. Analog dem ökomorphologischen Zustand der Fliessgewässer wurde 2008 die Beschaffenheit der Ufer des Vierwaldstättersees bewertet.

Seeuferzustand
Der Vierwaldstättersee und seine Ufer gehören seit 1983 zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN-Gebiet). Seither werden wertvolle Uferabschnitte in Flachwassergebieten besser geschützt und aufgewertet. Im Sommer 2008 wurden 96 des rund 150 Kilometer langen Seeufers auf dessen Naturnähe bewertet. Die Resultate zeigen, dass ein grosser Anteil der Ufer in einem unbefriedigendem Zustand ist. Im Nidwaldner Anteil des Seeufers nehmen naturfremde und künstliche Uferbereiche ca. 50% ein.
Mit der Seeuferbewertung können einerseits Eingriffe in die Ufer- und Flachwasserzonen beurteilt werden. Andererseits kann sie auch herangezogen werden, um das Verbesserungspotenzial von Uferabschnitten zu erfassen.
Im Zuge der strategischen Planungen zur Revitalisierung der Gewässer werden zukünftig jene Uferbereiche ausgeschieden, die sich für eine Aufwertung besonders eignen.

Hydrologie
Der Pegel des Vierwaldstättersees wird bei den Messstationen des Bundesamtes für Umwelt in Luzern sowie Brunnen erfasst. Die Funktionsweise des Nadelwehrs zur Regulierung des Seespiegels in Luzern ist bei der Fachstelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern dokumentiert. Fragen zum Wasserstand bzw. zum Reusswehr können an die Adresse vif@lu.ch gesendet werden.

Chemisch-physikalische Wasserqualität und Biologie
Die Wasserqualität im See ist heute gut. Durch den Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen ist die Phosphorkonzentration im See zurückgegangen. Mit einer Konzentration von 3 bis 5 Milligramm Phosphor pro Kubikmeter entspricht sie heute den natürlichen, nährstoffarmen Verhältnissen eines Voralpensees. Die Abwasserreinigungsanlagen halten jedoch Stickstoffverbindungen ungenügend zurück und auch die Zufuhr aus der Landwirtschaft und der Luft hat zugenommen. Seit der ersten Hälfte der 1960er Jahre ist die Nitratkonzentration in allen Seebecken angestiegen. Am höchsten ist sie im Alpnachersee, wo der Eintrag aus der Landwirtschaft und den Kläranlagen im Einzugsgebiet besonders hoch ist. Auch Spurenstoffe werden mit der heutigen Abwasserreinigungstechnik nicht oder nur unvollständig abgebaut. Mit dieser noch wenig untersuchten Problematik befasst sich das Projekt Spurenstoffe, das im Rahmen der AKV erarbeitet wird.
Zur Überwachung der Wasserqualität finden jährliche Kontrollen durch das Wasserinstitut der ETH (eawag Kastanienbaum) im Becken Obermatt statt. Dabei werden Temperatur- und Leitfähigkeitsprofile in der Wassersäule sowie Sauerstoff- und Nährstoffkonzentrationen gemessen. Aufgrund der guten Wasserqualität konnte das ehemals sehr umfangreiche Messprogramm markant reduziert werden.
Jährlich finden zu Beginn der Badesaison Badewasserkontrollen statt. Die Resultate der letzten Jahre zeigen, dass durchwegs gute Badebedingungen an den Badestellen im Kanton Nidwalden vorherrschen.
Im Rahmen der AKV wurden weiter Erhebungen zu Wasserpflanzen sowie Auswertungen der Planktonsituation im Vierwaldstättersee durchgeführt.

Themenbezogene Links
Hydrologie/Pegel Vierwaldstättersee Luzern, Bundesamt für Umwelt (BAFU)                                                        
Hydrologie/Pegel Vierwaldstättersee Brunnen, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV)

Gewässer - Zustand Fliessgewässer

Gewässerzustand Fliessgewässer Intakte Gewässer sind mehr als nur sauberes Wasser. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bilden ein wichtiges Landschaftselement, dienen der Bewässerung wie au…
Gewässerzustand Fliessgewässer

Intakte Gewässer sind mehr als nur sauberes Wasser. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bilden ein wichtiges Landschaftselement, dienen der Bewässerung wie auch Entwässerung sowie der Erholung. Erfüllen unsere Oberflächengewässer diese Aufgaben? Wo liegen die Defizite? Welche Massnahmen sind dringlich?
Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, finden in ausgewählten Gewässerstrecken regelmässige Untersuchungen zur Wasserqualität und Biologie statt. Die Gewässermorphologie sowie die Durchgängigkeitsstörungen wurden im Sommer/Herbst 2012 erhoben. Weitere Untersuchungen finden z.B. jeweils im Rahmen von Wasserbauprojekten oder auch von Gesuchen zur Wasserkraftnutzung statt. Zum Teil werden auch Erhebungen im Zuge der strategischen Planungen zur Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraft durchgeführt.
Mit den Untersuchungen werden einerseits die gesetzlich festgelegten Qualitätsziele für Fliessgewässer überprüft und andererseits die Entwicklung des Gewässerzustands aufgezeigt. Veränderungen oder Beeinträchtigungen der Gewässer sollen so rechtzeitig erkannt und die Auswirkungen der getroffenen Gewässerschutzmassnahmen überprüft werden. Die Messresultate bilden die Grundlage für künftige Gewässerschutzmassnahmen und dienen der Information der Öffentlichkeit über den allgemeinen Gewässerzustand.

A) Ökomorphologischer Gewässerzustand und Durchgängigkeitsstörungen
Unter Ökomorphologie versteht man die strukturelle Ausprägung eines Gewässers und seiner Uferbereiche. Anhand der Breitenvariabilität, der Verbauung der Sohle und der Ufer sowie der Breite und Beschaffenheit des Uferbereiches wird abschnittsweise der Grad der Natürlichkeit der Gewässer beurteilt. Zusätzlich werden Abstürze und Bauwerke, die die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und andere Lebewesen einschränken, erhoben.
Der ökomorphologische Gewässerzustand sowie die Durchgängigkeitsstörungen sind im WebGIS NW veröffentlicht.

B) Hydrologie
In Nidwalden gibt es nur eine Abflussmessstation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) an der Engelberger Aa beim Flugplatz Buochs. Hier finden kontinuierlich Aufzeichnungen des Abflusses, Pegels und der Wassertemperatur statt. Der Kanton betreibt keine eigenen Abflussmessstationen.

C) Chemisch-physikalische Wasserqualität und Biologie
Im Rahmen des Programms "Dauerüberwachung der Fliessgewässer in den Urkantonen" (DÜFUR) werden im Kanton Nidwalden seit 2000 insgesamt 16 Gewässerstellen periodisch kontrolliert. Untersucht werden chemisch-physikalische sowie biologische Kenngrössen in Anlehnung an die Methoden des Modul-Stufen-Konzepts.

Die Erkenntnisse der ersten vier Jahre (2000 bis 2003) wurden in einem Bericht zusammengefasst. In diesem werden auch mögliche Problemstellungen anhand von Beispielen aus den beteiligten Kantonen dargestellt. Im Weiteren enthält er die Ergebnisse aus den Feldaufnahmen und Laboranalysen. Zusammenfassend kann aus der ersten Kampagne folgender Schluss gezogen werden:

„Die Wasserqualität ist gut, die Lebensraumqualität aber häufig ungenügend!“

Betrachtet man nur die Inhaltsstoffe so können gute Noten verteilt werden. Bei 85% der untersuchten Stellen ergaben die chemischen Untersuchungen keine Mängel in der Wasserqualität. Allerdings stützen sich diese Ergebnisse auf wenige chemische Einzelmessungen pro Stelle, da bei DÜFUR der Schwerpunkt bei biologischen Untersuchungen liegt.
Anders als bei der Wasserqualität sieht es beim Zustand des Lebensraums der Gewässer aus. Die Untersuchung der Wasserkleintiere zeigte bei zwei Dritteln der Gewässerstellen eine gute Lebensraumqualität an. Die Bewertung der Wasserpflanzen bestätigte dieses Ergebnis weitgehend. Die angetroffenen wahrnehmbaren Belastungen wie Trübung, Verfärbung, Schaum oder Geruch stimmen hingegen wenig zuversichtlich. Nur 40% der untersuchten Stellen erfüllten die gesetzlichen Anforderungen.
Regional sind grosse Unterschiede vorhanden. Je höher die Siedlungsdichte und je intensiver die landwirtschaftliche Nutzung, desto schlechter ist in der Regel der Zustand der Gewässer. Die Ursachen dafür liegen jedoch selten alleine bei einer ungenügenden Wasserqualität. Harte Verbauungen, der fehlende natürliche Uferbereich und ein naturfremdes Umland beeinträchtigen die Gewässer weit mehr. Solche Fliessgewässer bieten meist nur noch einen monotonen Lebensraum und ihre Selbstreinigungskraft ist stark vermindert.
Eine Synthese über die drei bisher durchgeführten Untersuchungskampagnen zwischen 2000 und 2011 liefert einen umfassenden zeitlichen und räumlichen Überblick über die Gewässersituation in den Vierwaldstätterseekantonen. Die Resultate zeigen, dass der Handlungsbedarf nach wie vor gross ist. Zudem sind Ergänzungen bzw. Anpassungen des Untersuchungsprogramms angezeigt: der Zustand der hydrologisch beeinflussten Gewässer wurde bislang mit den angewendeten Analysen nur unzureichend erfasst. Detaillierte Informationen sind auf der Website der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee ersichtlich.

Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA)
Die nationale Beobachtung der Oberflächengewässer erfolgt in Zusammenarbeit von Bund und Kantonen mit dem Ziel, den Zustand und die Entwicklung der Schweizer Gewässer auf nationaler Ebene zu dokumentieren und zu beurteilen. Im Kanton Nidwalden finden dazu an der Engelberger Aa im Bereich Ännerberg seit 2011 Erhebungen zur chemischen und biologischen Gewässerqualität statt. Die Dokumentation der chemischen Wasserqualität erfolgt durch monatliche Beprobungen. Wirbellose, Kieselalgen, Fische und Wasserpflanzen werden in einem Rhythmus von vier Jahren untersucht. Detaillierte Informationen zum Untersuchungsprogramm sowie die Publikation der Resultate der Untersuchungskampagne 2011-2014 finden sich auf der website des BAFU.

Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM)
Mit dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz wird die langfristige Entwicklung der Artenvielfalt ausgewählter Pflanzen- und Tierarten dokumentiert. In den Fliessgewässern erfolgen Erhebungen zu den Wasserwirbellosen. In Nidwalden befinden sich drei Untersuchungsstrecken, die seit 2010 alle fünf Jahre beprobt werden.

Thembezogene Links
Cercl' eau
Gewässerzustand, Struktur und Morphologie, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Hydrologie/Pegel Engelberger Aa, Flugplatz Buochs, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Modul Stufen Konzept
Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität, (NAWA)

Richtlinien / Wegleitungen / Berichte
Zustand der Schweizer Fliessgewässer, Ergebnisse der Nationalen Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) 2011-2014, Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2016

Grundwasser - Bauen im Grundwasser

Beeinträchtigung des Grundwassers durch bauliche Eingriffe Das Grundwasser füllt die natürlichen Hohlräume (Poren, Spalten, Klüfte) des Untergrundes zusammenhängend aus und bewegt sich entsprechend d…

Beeinträchtigung des Grundwassers durch bauliche Eingriffe
Das Grundwasser füllt die natürlichen Hohlräume (Poren, Spalten, Klüfte) des Untergrundes zusammenhängend aus und bewegt sich entsprechend der Schwerkraft. In Nidwalden erstreckt sich das grösste und bedeutendste Grundwasservorkommen von Grafenort entlang des Engelbergertales bis zum Stanserboden, wo es sich in zwei Armen teilt und einerseits bei Ennetbürgen/Buochs, andererseits bei Stansstad dem Vierwaldstättersee zufliesst. Weitere kleinere Grundwassergebiete befinden sich in Beckenried, Emmetten, Ennetmoos und Hergiswil.
Nach dem Rückzug der Gletscher der letzten Eiszeit wurde das Engelbergertal bis auf die Höhe des heutigen Terrains mit Lockergesteinen aufgefüllt. Vor allem die Delta- und die darüberliegenden Flussablagerungen bestehen weitgehend aus kiesig-sandigen Sedimenten und bilden aufgrund ihrer guten Durchlässigkeit nutzbare Grundwasserleiter.
Durch Bautätigkeiten im Untergrund (Einbau von Untergeschossen, Pfählungen usw.) kann das Grundwasser insbesondere in Gebieten mit geringen Flurabständen empfindlich gestört werden. Fliesspfade können eingeschränkt, teilweise sogar ganz abgeschnitten, werden. Zudem wird dem Grundwasser durch Einbauten nötiger Platz weggenommen.

Gesetzliche Ausgangslage, Bewilligungspflicht
Das Speichervolumen und der Durchfluss nutzbarer Grundwasservorkommen dürfen durch Einbauten wie Untergeschosse, Pfähle, Baugrubenabschlüsse usw. nicht wesentlich und dauernd verringert werden (Art. 43 Abs. 4 GSchG). Im Gewässerschutzbereich Au dürfen deshalb keine Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel liegen (Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV). In der Regel sind Beeinträchtigungen zu kompensieren. Ausnahmen können zugelassen werden, sofern die Grundwasserverhältnisse nicht negativ beeinträchtigt und die Durchflusskapazität sowie das Speichervolumen gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um höchstens 10% vermindert werden.  Die 10% beziehen sich dabei nicht auf den gesamten Querschnitt des Grundwasserleiters, sondern auf den Durchflussquerschnitt unter dem eintauchenden Gebäudekörper. Ist aufgrund der Grundwasserverhältnisse keine Ausnahme möglich oder sind die 10% überschritten, müssen entweder das Bauvorhaben angepasst oder Ersatzmassnahmen getroffen werden.
In Nidwalden ist das Amt für Umwelt für Bewilligungen bezüglich Bauten im Grundwasser zuständig.
Hinweis: Für Bauten und Anlagen innerhalb von Grundwasserschutzzonen und –arealen ist in jedem Fall eine Bewilligung des Amtes für Umwelt erforderlich – auch wenn diese über dem mittleren Grundwasserspiegel liegen.

Unbedenklichkeitsnachweis
Falls Einbauten unter den mittleren Grundwasserspiegel erstellt werden, hat im Rahmen des Baugesuches durch einen mit den Verhältnissen vertrauten Hydrogeologen der Nachweis zur Einhaltung der oben genannten Bestimmungen der Gewässerschutzgesetzgebung erbracht zu werden. Dabei sind sowohl die Reduktion der Durchflusskapazität wie auch des Speichervermögens zu berücksichtigen. Der Nachweis muss mindestens folgende Punkte abdecken:

  • Aufbau des Grundwasserleiters und hydrogeologischen Verhältnisse
  • Ausmass der Beeinträchtigung des Grundwassers durch die Einbauten
  • Beschreibung der allenfalls notwenigen Kompensationsmassnahmen.


Das Merkblatt „Bauen im Grundwasser. Bewilligungsverfahren“ zeigt veranschaulichende Fallbeispiele, ob ein Unbedenklichkeitsnachweis erforderlich ist oder nicht. Zudem enthält es weitere Informationen zum Thema Bauen im Grundwasser.

Grundwasserstände
Informationen zu den Grundwasserspiegeln finden Sie in der Grundwasserkarte Nidwalden (im Themenbaum Haken bei 'GGW Grundwasserverhältnisse' setzen).

Themenbezogene Links:

Bohrungen                                                                                                                                                 
Grundwasserstände                                                                               
Planerischer Grundwasserschutz


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

Grundwasserkarte Nidwalden (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Grundwasserverhältnisse' setzen)  
Gewässerschutzkarte Nidwalden (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Gewässerschutzbereiche' setzen)  
Merkblatt „Bauen im Grundwasser. Bewilligungsverfahren“  
Merkblatt Bauen im Grundwassergebiet, Zentralschweizer Umweltdirektionen (ZUDK)  
Wegleitung Grundwasserschutz, Bundesamt für Umwelt (BAFU)  

 

Grundwasser - Bohrungen

Bohrungen dienen der Erkundung und Nutzung des Untergrundes: Sondierbohrungen zur Abklärung der geotechnischen und hydrogeologischen Verhältnisse sowie unterirdische Belastungen wie Altlasten …

Bohrungen dienen der Erkundung und Nutzung des Untergrundes:

  • Sondierbohrungen zur Abklärung der geotechnischen und hydrogeologischen Verhältnisse sowie unterirdische Belastungen wie Altlasten
  • Erdsonden- und Geothermiebohrungen zur Nutzung der Erdwärme
  • Grundwasserbohrungen zum Bezug von Grundwasser zu Trink- und Brauchwasserzwecken sowie für Warmepumpen und Kühlanlagen. Bohrungen sind  mechanische Eingriffe in den Untergrund, welche bei unsachgemässer Ausführung negative Auswirkungen auf die geologischen Verhältnisse oder das Grundwasser haben können. Zudem fallen je nach Bohrverfahren Abwasser und Schlamm an, welche fachgerecht entsorgt werden müssen. Bohrungen müssen von Fachpersonen ausgeführt und begleitet werden.


Bewilligungsverfahren
In den Gewässerschutzbereichen Au und Ao sowie in Grundwasserschutzzonen und –arealen ist für Bohrungen eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Amtes für Umwelt erforderlich (Art. 32 Abs. 2 Bst. f GSchV). Das Verfahren unterscheidet sich je nach Zweck der Bohrung:

 

  • Für Sondierbohrungen welche lediglich der Erkundung des Untergrundes dienen, ist dem Amt für Umwelt ein Sondiergesuch zusammen mit den darin bezeichneten Unterlagen einzureichen
  • Bohrungen, welche zu Trink- und Brauchwasserzwecken abgeteuft werden, sind gemäss Wasserrecht je nach Entnahmemenge melde- oder verleihungspflichtig. Weitere Informationen dazu finden Sie unter der Dienstleistung Wasserbezug aus öffentlichen Gewässern
  • Erdsonden, Geothermie- oder Grundwasserbohrungen zur Wärmegewinnung oder Kühlung sind je nach Ausführung verleihungs- oder bewilligungspflichtig. Weitere Informationen finden Sie in der Dienstleitung Wärmepumpen/Kühlanlagen

Schutzmassnahmen
Die Massnahmen zum Schutz des Untergrundes, der Umwelt und der Gewässer werden in den je nach Verwendungszweck erforderlichen wasserrechtlichen Verleihungen und gewässerschutzrechtlichen Bewilligungen festgelegt. Folgende Punkte sind besonders wichtig:

 

  • Die über dem Grundwasserleiter liegende, schützende Deckschicht muss so gut als möglich erhalten bleiben bzw. wiederhergestellt (z.B. mittels Tonabdichtungen)
  • Das im Untergrund verbleibende Rohr ist gegen oben dicht abzuschliessen. Oberflächenwasser darf nicht direkt in das Rohr gelangen können
  • Grundwasserstockwerke dürfen durch Bohrungen nicht hydraulisch miteinander verbunden werden. Fliessverbindungen sind durch Abdichtungen zu unterbinden
  • Bohrabwasser und -schlamm müssen fachgerecht entsorgt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im Merkblatt „Bohrschlamm und Abwasser aus Erdwärmesonden-Bohrungen“ (folgt später). Obwohl sich dieses speziell auf Erdsondenbohrungen bezieht, ist es sinngemäss bei allen Bohrungen anzuwenden


Dokumentation des Untergrundes
Jede ausgeführte Bohrung bringt weitere wertvolle Informationen über den Untergrund und das Grundwasser. Die Erkenntnisse aus der Bohrung werden vom Geologen oder der Bohrfirma auf einem Bohrprofil bzw. Bohrrapport dokumentiert. Damit die Zusammenhä;nge im Untergrund laufend verbessert werden können, sammelt, erfasst und archiviert das Amt für Umwelt diese Bohrinformationen. Wir bitten Sie deshalb, uns die Ihnen vorliegende Bohrdaten und Messungen zuzustellen.

Themenbezogene Links

Planerischer Grundwasserschutz
Wasserbezug aus öffentlichen Gewässern
Wärmepumpen/Kühlanlagen


Richtlinien / Wegleitungen / Berichte

Gewässerschutzkarte Nidwalden (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Gewässerschutzbereiche' setzen)
Wegleitung Grundwasserschutz, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

 

Grundwasser - Grundwasserstände

Grundwasservorkommen Das grösste und bedeutendste Grundwasservorkommen in Nidwalden erstreckt sich von Grafenort entlang des Engelbergertales bis zum Stanserboden, wo es sich in zwei Armen teilt und …

Grundwasservorkommen
Das grösste und bedeutendste Grundwasservorkommen in Nidwalden erstreckt sich von Grafenort entlang des Engelbergertales bis zum Stanserboden, wo es sich in zwei Armen teilt und einerseits bei Ennetbürgen/Buochs, andererseits bei Stansstad dem Vierwaldstättersee zufliesst. Das Einzugsgebiet erstreckt sich nicht nur über den Talboden, sondern auch über weite Teile der Seitentäler und des umliegenden Gebirges. Die unterirdischen Zuflüsse über die Talflanken sind für die Grundwasserneubildung sehr bedeutend.
Weitere kleinere Grundwassergebiete befinden sich in Beckenried, Emmetten, Ennetmoos und Hergiswil.

Grundwasserspiegelschwankungen und Flurabstände
Die wichtigsten Faktoren für Grundwasserspiegelschwankungen sind die Häufigkeit und Stärke der Niederschläge sowie die Schneeschmelze im Frühling. In der Regel treten deshalb erhöhte Grundwasserstände eher im Sommerhalbjahr, tiefe Stände eher im Winterhalbjahr auf. Im Weiteren wird das Grundwasser durch Wechselwirkungen mit den Oberflächengewässern, dem Pegel des Vierwaldstättersees sowie lokale Gegebenheiten beeinflusst.
Die Abstände zwischen der Oberfläche und dem Grundwasserspiegel (Flurabstände) sind insbesondere in den Grundwassergebieten von Stans, Stansstad, Buochs, Ennetbürgen und Wolfenschiessen zeitweise sehr gering, was zu Problemen (Wassereintritte, Auftriebsprobleme) führen kann.
Aus der Grundwasserkarte Nidwalden können Sie Informationen wie die Ausdehnung der Grundwasservorkommen in Lockergesteinen, die Fliessrichtungen des Grundwassers, die Höhe des Grundwasserspiegels bei Mittel-, Hoch- und Extremstand herauslesen (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Grundwasserverhältnisse' setzen).

Grundwassermessstellen
Der Grundstände im Engelbergertal und im Stanserboden werden durch insgesamt 12 permanent eingerichtete Messstationen aufgezeichnet.

Referenzmessstelle Ober Milchbrunnen in Stans
Die Messstelle Ober Milchbrunnen in Stans ist zentral gelegen. Ihre Messwerte sind für die Situation im gesamten Grundwassergebiet repräsentativ, weshalb sie auch mit einer Datenfernübertragung ausgerüstet ist und von Schadenwehren und Führungsstäben zur Beurteilung der Grundwassersituation herangezogen wird.
Der durchschnittliche jährliche Schwankungsbereich des Grundwasserspiegels lag bei der Messstelle Ober Milchbrunnen in den vergangenen Jahren zwischen 445.8 und 448.8 m ü.M.. Während dem Hochwasser vom August 2005 lag der Maximalstand bei 449.80 m ü.M.. Erfahrungen zeigen, dass vereinzelte Probleme bei einem Grundwasserstand von rund 448.5 m ü.M. auftreten und sich bei weiterem Anstieg häufen.
Die aktuellen Messwerte der im Jahr 2016 erneuerten Messstelle Ober Milchbrunnen, welche durch das Bundesamt für Umwelt, können hier eingesehen und heruntergeladen werden. Bei Fragen zu den Messungen oder Wünschen zu Datenlieferungen stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Themenbezogene Links

Bauen im Grundwasser
Grundwasserkarte Nidwalden (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Grundwasserverhältnisse' setzen)
Messstelle Ober Milchbrunnen, Stans

Grundwasser - Planerischer Grundwasserschutz

Flächendeckender Schutz Damit die Grundwasservorkommen in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben, gilt in der ganzen Schweiz der flächendeckende Grundwasserschutz aus folgenden zentralen Elementen: …

Flächendeckender Schutz
Damit die Grundwasservorkommen in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben, gilt in der ganzen Schweiz der flächendeckende Grundwasserschutz aus folgenden zentralen Elementen:

allgemeine Sorgfaltspflicht (Art. 3 GSchG)
Verunreinigungsverbot (Art. 6 GSchG)
quantitative Erhaltung der Grundwasservorkommen (Art. 43 GschG)


Gewässerschutzbereiche
Um die Grundwasservorkommen als wichtige Ressource zusätzlich zu schützen, sind die Kantone verpflichtet, die besonders gefährdeten Bereiche und die übrigen Bereiche zu bezeichnen (Art. 29 GSchV):

 

•   Gewässerschutzbereiche Au und Ao: Der Bereich Au umfasst die nutzbaren Grundwasservorkommen sowie die zu ihrem Schutz notwendigen Randgebiete. Der Bereich Ao umfasst das oberirdische Gewässer und dessen Uferbereiche, soweit dies zur Gewährleistung einer besonderen Nutzung erforderlich ist (z.B. Trinkwassergewinnung aus Oberflächengewässern).
Zuströmbereiche Zu: Sie bezwecken einen wirksamen Schutz der Wasserqualität von öffentlichen Trinkwasserfassungen, wenn das Grundwasser durch Stoffe verunreinigt ist, die nicht genügend abgebaut oder zurückgehalten werden (z.B. Nitrat und Pflanzenschutzmittel) oder wenn die Gefahr einer solchen Verunreinigung besteht. Im Kanton Nidwalden sind solche Probleme nicht bekannt und auf die Ausscheidung von Zuströmbereichen bislang verzichtet.
Die übrigen Bereiche umfassen den Rest des Kantonsgebietes.


Die Gewässerschutzbereiche des Kantons Nidwalden sind in der Gewässerschutzkarte ausgeschieden (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Gewässerschutzbereiche' setzen).
Für die Erstellung und die Änderung von Bauten und Anlagen sowie Grabungen, Erdbewegungen und ähnliche Arbeiten ist eine kantonale Bewilligung, in der Regel vom Amt für Umwelt, erforderlich, wenn sie die Gewässer gefährden können (Art. 19 GSchG). Insbesondere gilt dies für folgende Vorhaben (Art. 32 GSchV):

 

 

•   Untertagebauten
Anlagen, die Deckschichten oder Grundwasserstauer verletzen
Grundwassernutzungen (einschliesslich Nutzungen zu Heiz- und Kühlzwecken)
dauernde Entwässerungen und Bewässerungen
Freilegungen des Grundwasserspiegels
Bohrungen
Lageranlagen für flüssige Hofdünger
Lageranlagen für wassergefährdende Flüssigkeiten, die in kleinen Mengen Wasser verunreinigen können, mit einem Nutzvolumen von mehr als 2000 l je Lagerbehälter
 Lageranlagen für wassergefährdende Flüssigkeiten in Grundwasserschutzzonen und -arealen mit einem Nutzvolumen von mehr als 450 l
Umschlagplätze für wassergefährdende Flüssigkeiten.


Grundwasserschutzzonen um Trinkwasserfassungen
Das Trinkwasser im Kanton Nidwalden wird von Grundwasser- und Quellfassungen bezogen. Damit keine Beeinträchtigungen entstehen, müssen für die im öffentlichen Interesse liegenden Fassungen Schutzzonen ausgeschieden werden, welche die Gewässerschutzbereiche überlagern. Sie dienen dem unmittelbaren Schutz der Fassungsanlagen bzw. des in diesen Fassungen geförderten Trinkwassers.
Eine Grundwasserschutzzone ist in der Regel in die Zonen S1 (Fassungsbereich), S2 (Engere Schutzzone) und S3 (Weitere Schutzzone) unterteilt, wobei in den jeweiligen Zonen entsprechende Nutzungsbeschränkungen gelten. Diese richten sich nach der Gewässerschutzverordnung des Bundes (Anhang 4 GSchV) und werden in einem Schutzzonenreglement aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festgelegt. Die Schutzzonen des Kantons Nidwalden sind aus der Gewässerschutzkarte ersichtlich  (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Gewässerschutzbereiche' setzen).

 

Die erforderlichen Abklärungen zur Ausscheidung der Schutzzonen sind durch die Fassungsinhaberin zu treffen. Das weitere Verfahren zur rechtlichen Inkraftsetzung ist gestützt auf die kantonale Gewässerschutzgesetzgebung im Merkblatt „Verfahren zur Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen“ zusammengestellt.

Bauvorhaben und Grabungsarbeiten sind innerhalb der Schutzzonen nur eingeschränkt möglich und bedürfen in jedem Fall einer Bewilligung des Amtes für Umwelt. Das Amt legt die zum Schutz des Grundwassers erforderlichen Schutzmassnahmen fest.

Grundwasserschutzareale
Mit der Festlegung von Grundwasserschutzarealen werden Gebiete ausgeschieden, welche für die künftige Nutzung und Anreicherung von Grundwasservorkommen von Bedeutung sind. In diesen Arealen dürfen keine Bauten und Anlagen erstellt oder Arbeiten ausgeführt werden, die künftige Nutzungs- und Anreicherungsanlagen beeinträchtigen könnten.

Themenbezogene Links

Bauen im Grundwasser
Gewässerschutzkarte Nidwalden (im Themenbaum Hacken bei 'GGW Gewässerschutzbereiche' setzen)

 

Strategische Revitalisierungsplanung Fliessgewässer

Strategische Revitalisierungsplanung Fliessgewässer Mit dem per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen revidierten Gewässerschutzgesetz (GSchG) werden die Kantone dazu verpflichtet, für die Revitalisie…
Strategische Revitalisierungsplanung Fliessgewässer

Mit dem per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen revidierten Gewässerschutzgesetz (GSchG) werden die Kantone dazu verpflichtet, für die Revitalisierung von Gewässern zu sorgen und diese zu planen. Die Kantone haben dazu eine strategische Planung zu erstellen und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) einzureichen. Die Anforderungen an diese Planung sind in der ebenfalls 2011 revidierten Gewässerschutzverordnung (GSchV) definiert. Das Vorgehen sowie die einzelnen Planungsschritte hat das BAFU in einer Wegleitung festgelegt. Die strategische Planung für Fliessgewässer wurde in Zusammenarbeit der Landwirtschafts- und Umweltdirektion, der Baudirektion sowie der Justiz- und Sicherheitsdirektion unter Federführung des Amtes für Umwelt erarbeitet und für die nächsten 20 Jahre in einem Planungsbericht dokumentiert.

Die strategische Revitalisierungsplanung wurde am 16. Dezember 2014 vom Regierungsrat Nidwalden genehmigt und fristgerecht beim BAFU eingereicht.

Der Planungsbericht enthält für jeden in der ersten 20-Jahresplanung enthaltenen Gewässerabschnitt ein Massnahmenblatt inklusive der vorgesehenen Umsetzungsperiode. Diese wurde in Absprache mit dem Tiefbauamt mit der jeweils geplanten Umsetzung der Hochwasserschutzmassnahmen abgestimmt.
Die für den Zeitraum 2012 – 2031 ausgewählten Gewässer bzw. Gewässerabschnitte weisen neben einem ökologischen Defizit nahezu ausschliesslich auch ein Hochwasserschutzdefizit auf. Per Definition des Bundes handelt es sich somit um Hochwasserschutzprojekte. Mit Aufwertungen, welche über die Anforderungen an einen naturnahen Wasserbau im Rahmen des Hochwasserschutzes hinausgehen, lassen sich bedeutende zusätzliche Subventionen geltend machen. Die Höhe der zusätzlichen Beiträge richtet sich unter anderem nach dem Nutzen für Natur und Landschaft. Dies ist vor allem für Projekte mit einem aus Sicht Hochwasserschutz schlechten Kosten-/Nutzenverhältnis interessant. Um Beiträge jedoch gelten machen zu können, ist vorausgesetzt, dass die entsprechenden Gewässerabschnitte in der strategischen Revitalisierungsplanung enthalten sind.
Die vorliegende kantonale strategische Revitalisierungsplanung weist keinen hohen Detailierungsgrad auf. Dies ist auch nicht beabsichtigt, denn es geht insbesondere darum, jene Gewässer bzw. Gewässerabschnitte zu bestimmen, deren Revitalisierung im Verhältnis zum Aufwand einen grossen Nutzen für die Natur und Landschaft erreichen. Die detaillierte Planung der entsprechenden Wasserbauprojekte liegt gestützt auf die kantonale Wasserrechtsgesetzgesetzgebung in der Zuständigkeit der Gemeinden (als Ausnahme ist der Kanton für die Engelberger Aa zuständig).


Themenbezogene Links
Integrales Gewässermanagement (WSL, eawag, ETHZ, EPFL)
Plattform Renaturierung, Wasser-Agenda 21 (BAFU)
Programm Fliessgewässer Schweiz, eawag
Renaturierung, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Richtlinien/Wegleitungen/Berichte
 Broschüre Raumbedarf Fliessgewässer/Schlüsselkurve, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
 Leitbild Fliessgewässer Schweiz, (BUWAL, BWG, BLW, ARE) 2003
Vollzugshilfe Strategische Revitalisierungsplanung 2012, Bundesamt für Umwelt (BAFU)